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Churches For Future: Kirchen demonstrieren für mehr Klimaschutz | BR24

© picture alliance/dpa

"Fridays for Future"-Kundgebungen vor dem Magdeburger Dom

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    Churches For Future: Kirchen demonstrieren für mehr Klimaschutz

    Kirchenglocken läuten fürs Klima: Bischöfe, Pfarrer und Ordensleute solidarisieren sich mit der Fridays-For-Future-Bewegung und beteiligen sich am globalen Klimastreik. Gleichzeitig stellt die Klimabewegung konkrete Forderungen an die Kirchen.

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    Seitdem es die Fridays-For-Future-Proteste gibt, sind auch Vertreter der Kirchen mit dabei. Das Ziel ist dasselbe, es klingt nur anders: Bewahrung der Schöpfung. "Laut Schöpfungsbericht hat Gott diese Welt geschaffen", sagt Johannes Minkus, Pressesprecher der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, "und hat sie uns Menschen nicht gegeben, damit wir sie verbrauchen und am Ende nix mehr übrig bleibt, sondern er hat gesagt, wir sollen diese Welt pflegen." Umweltschutz gehe deshalb vor allem die Kirchen etwas an.

    Kirchen für den Klimaschutz

    Einrichtungen der katholischen und evangelischen Kirchen in Deutschland haben letztes Jahr das Ökumenische Netzwerk für Klimagerechtigkeit gegründet und sich durch das Label "Churches For Future" mit der Klimaschutz-Bewegung solidarisiert. "Die Kirche kann auch ganz praktisch mitwirken", sagt Mattias Kiefer, Sprecher der diözesanen Umweltbeauftragten in Bayern und Deutschland. "Auch die Kirche emittiert Treibhausgase, insofern ist die Reduktion derselben auch ein kirchliches Grundanliegen." Als große Arbeitgeber mit zehntausenden Gebäuden und großen Fuhrparks haben die katholische wie die evangelische Kirche viel Potential, Emissionen einzusparen.

    Daneben haben sie einen hohen moralischen Anspruch. Dem sollen sie gerecht werden, findet Tabea von Fridays For Future. "Die Kirchen sollten zum Beispiel ihr Geld klimaneutral anlegen, also nicht in Fonds, hinter denen Kohlekraft steckt." Außerdem fordert die junge Aktivistin, "dass in den Lehrplänen, im Unterricht und im Gottesdienst auch der Klimafokus thematisiert wird und sich die Kirchen da auch stark für Klimagerechtigkeit engagieren."

    Der Klimaforscher Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hält die Forderungen an die Kirchen für umsetzbar, wichtiger sei aber, dass die Kirche politischer werde. "Sie hat Einfluss auf Menschen, für die der Klimawandel bisher noch nicht so wichtig war, die gedacht haben, das sei eine grüne Spinnerei."

    Umweltschutz seit Jahren Anliegen der Kirchen

    2015 hat Papst Franziskus die Enzyklika Laudato Si veröffentlicht, ein Lehrschreiben, das zum Schutz der Umwelt verpflichtet. Spätestens seitdem steht Umweltschutz auf dem Programm jeder katholischen Gemeinde. Die Erzdiözese München Freising hat Nachhaltigkeitsleitlinien eingeführt, die zum Beispiel vorschreiben, die Mobilität und das Einkaufen so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten. Ähnlich ist es in der evangelischen Kirche, die in Bayern in den letzten Jahren mit knapp 80 Millionen Euro über 900 Gebäude energetisch saniert hat.

    Gleichzeitig ist klar, dass einfach noch mehr gemacht werden muss, sagt Mattias Kiefer, Umweltsprecher der Erzdiözese München Freising: "Klimaschädliche Gase reduzieren, erster Punkt. Zweiter Punkt: Bewusstseinsbildung - von der Kita über die Schulen bis hin zur Erwachsenen- und Seniorenbildung." Und drittens könnte die Kirche, wie Kiefer es beschreibt, "Sauerteig in der Gesellschaft" sein, "also versuchen, im Dialog mit der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Politik eine notwendige Änderung der Rahmenbedingungen mit herbeizuführen."

    Umgekehrt können die Klimaproteste auch für die Kirchen zum Segen werden. So viele junge Menschen erreichen diese sonst selten.