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Chronologie der Missbrauchsstudie der Kirche | BR24

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Rosenkranz

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    Chronologie der Missbrauchsstudie der Kirche

    Am Dienstag will die Kirche ihre Studie über den sexuellen Missbrauch vorstellen. Die Ergebnisse gelangten bereits vorher über die Medien an die Öffentlichkeit: Von tausenden sexuellen Übergriffen durch Priester und Ordensleuten ist die Rede.

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    Ende Januar 2010 tritt der Jesuitenpater Klaus Mertes in Berlin vor die Presse: „Wir haben nicht zugehört, wir haben nicht hingehört.“ In zahlreichen Jesuitenschulen seien junge Männer sexuell missbraucht worden. Kurze Zeit später werden in den Bistümern und in anderen Ordensschulen ähnliche Vorwürfe bekannt.

    "Wir wollen eine ehrliche Aufklärung, frei von falscher Rücksichtnahme. Die Opfer haben ein Recht darauf." Stephan Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz

    Aufklärung der Missbrauchsfälle beginnt

    Die katholische Kirche reagiert, ernennt kurz darauf den Trierer Bischof Stephan Ackermann zum Missbrauchsbeauftragten. Aufklären soll der Kriminologe Christian Pfeiffer, damals Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen.

    "Respekt vor der Kirche, dass sie sich nach einem langen Prozess,13 Monate hat es gedauert, zu dieser Entscheidung bekannt hat." Christian Pfeiffer, Kriminologe

    Die Studie soll sich vor allem an den Opfern orientieren. Aber Pfeiffer und sein Team wollen auch in die Archive der Kirche, Akten analysieren und der Öffentlichkeit Ergebnisse präsentieren. Anfang 2013 kam dann der Bruch, erinnert sich Pfeiffer: „Jetzt sollten wir all diese Texte zur Genehmigung vorlegen.“

    Kontrolle durch die Kirche?

    Für Pfeiffer ist klar: Die Kirche will die Veröffentlichung der Ergebnisse kontrollieren. Er schmeißt hin und spricht von Zensur - die Kirche von Vertrauensbruch. „Christian Pfeiffer sagt die Unwahrheit, wenn er behauptet, dass das Forschungsprojekt an den Zensur- und Kontrollwünschen der Kirche gescheitert sei – das ist falsch“, so Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz: „Wir fordern ihn auf, mit einer Unterlassungserklärung von dieser Unwahrheit Abstand zu nehmen.“

    „Einer gerichtlichen Auseinandersetzung sehe ich mit Freuden entgegen“, antwortet Pfeiffer: „gerichtlich bestätigt zu haben, dass die Kirche solche Wünsche an uns herangetragen hat, empfinde ich als eine große Erleichterung und wundere mich über die Kirche, dass sie solche strategischen Fehler begeht.“

    Zweiter Anlauf 2014

    Die katholische Kirche zieht den Antrag auf Unterlassung gegen Pfeiffer schließlich zurück und nimmt 2014 einen zweiten Anlauf. Erneut heißt es aus dem Mund des Missbrauchsbeauftragten Stephan Ackermann: „Wir wollen eine ehrliche Aufklärung, frei von falscher Rücksichtnahme. Die Opfer haben ein Recht darauf.“

    Diesmal soll ein Team aus Forschern, Psychiatern, Psychologen, Kriminologen und Soziologen Licht ins Dunkel bringen. Allerdings: Wieder haben die Forscher keinen Zugriff auf Originalakten, in einigen Fällen sollen Akten vernichtet oder manipuliert worden sein.

    Ergebnis der Studie: 1670 Täter

    Nach viereinhalb Jahren Forschung, im September 2018, stehen die Ergebnisse fest: Von 3677 Opfern sexueller Übergriffe durch 1670 Täter innerhalb der katholischen Kirche in 68 Jahren, von 1946 bis 2014, ist die Rede.

    "Das sind Zahlen, die nur ein Minimum darstellen, im Vergleich was die Dunkelziffer ausmacht, ist das also nur ein Abschein der Realität." Matthias Katsch, Sprecher der Betroffenenorganisation Eckiger Tisch

    Das tatsächliche Ausmaß bleibt unklar, die Autoren der Studie gehen davon aus, dass der Missbrauch andauert. Und sie belegen einen unterschiedlichen Aufklärungswillen der einzelnen Diözesen. Liegt der Fehler im „System Kirche“? Der Passauer Bischof Stephan Oster resümiert jedenfalls beschämt: „Wir brauchen eine radikale Form der Selbstkritik im Blick auf die Institution.“