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Christian Stückl: Passionsgeschichte hat politische Botschaft | BR24

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In wenigen Monaten starten die 42. Passionsspiele in Oberammergau. Erstmals gab es den Segen ökumenisch von beiden Kirchen. Festspielleiter Christian Stückl betonte die politische Botschaft der Leidensgeschichte Jesu.

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Christian Stückl: Passionsgeschichte hat politische Botschaft

In wenigen Monaten starten die 42. Passionsspiele in Oberammergau. Erstmals gab es den Segen ökumenisch von beiden Kirchen. Spielleiter Christian Stückl betonte die politische Botschaft der Leidensgeschichte Jesu.

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Es ging bereits recht bärtig zu, beim Treffen zwischen Kirchenvertretern und Passionsteilnehmern vor der Segnung am Dienstag. Schließlich gilt in Oberammergau seit dem Frühjahr Friseurverbot, damit die Darsteller bis zum Saisonbeginn historisch überzeugend wirken. Immerhin bringen sie, wie Kardinal Reinhard Marx bemerkte, die größte Geschichte aller Zeiten auf die Bühne. Und das mit einer großen Strahlkraft: Auf der Amazonas-Synode in Rom sei er schon von Teilnehmern gefragt worden, ob sie auch nach Oberammergau kommen könnten.

Dass die Oberammergauer ihr Passionsspiel, das auf ein Gelübde aus dem Jahr 1633 zurückgeht, dem Erzbischof von München und Freising ankündigen, ist Tradition. Neu ist in diesem Jahr, dass in ökumenischer Verbundenheit auch der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm dabei war. Eine logische Entwicklung, schließlich arbeiten die katholische und die evangelische Kirche beim Rahmenprogramm von Oberammergau schon lange zusammen, wie Marx und Bedford-Strohm bei der Vorstellung des Textes fanden.

Bevor es dann zur Segnung in die Kapelle des Erzbischöflichen Palais in München ging, hat Spielleiter Christian Stückl den Grundtenor der kommenden Passionsspiele vorgestellt. Stückl inzeniert die Passion zwar bereits zum vierten Mal, den Text schreibt er aber jedes Mal neu – um aktuelle Entwicklungen aufzugreifen. Immer wichtiger werde ihm außerdem, die Passion aus dem Leben Jesu heraus zu interpretieren. Und so steht er jedes Mal vor der einen entscheidenden Frage: Wer war Jesus?

Vor 25 Jahren sei er ein Revoluzzer für ihn gewesen, jetzt sehe er Jesus eher als Mensch am Rande der Gesellschaft. Das habe damit zu tun, "dass wir heute viele Menschen haben, die am Rand der Gesellschaft stehen". Eine dezidiert politische Entscheidung sei das, wie Spielleiter Christian Stückl den beiden Kirchenvertretern darlegte – die das in ökumenischer Einigkeit gut hießen.