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Christian Stückl: Der Tod hat ihn berühmt gemacht | BR24

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Zum vierten Mal ist der "fromme Rebell", wie ihn manche nennen, Spielleiter. Was fasziniert Christian Stückl an der Auseinandersetzung mit dem Thema Tod? Welche Bilder hat der Intendant des Münchner Volkstheaters vor Augen?

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Christian Stückl: Der Tod hat ihn berühmt gemacht

Der Tod begleitet Regisseur Christian Stückl seit vielen Jahren auf der Bühne, ob im "Brandner Kaspar" im Münchner Volkstheater oder bei den Passionsspielen in Oberammergau. Was bewegt ihn persönlich, wenn er ans Sterben denkt?

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Im "Brandner Kasper" macht Christian Stückl den Tod zum Hauptdarsteller, in den Oberammergauer Passionsspielen bringt er das Leiden und Sterben Jesu auf die Bühne. Professionell setzt sich der Spielleiter da mit dem Tod auseinander. Persönlich beschäftigt ihn weniger das Ende des Lebens und was eventuell danach kommt, als vielmehr das Leben selbst.

Was gibt ihm Sinn? Nicht nur in Krisenzeiten macht er sich Gedanken über Gott: "Ich kann mir keinen Gott vorstellen, der Krieg macht, der Leid auf die Welt bringt", so Stückl. "Ich denke, wir Menschen haben eine Eigenverantwortung, und mit der tun wir Gutes oder Böses. Aber da ist Gott nicht im Spiel. Vielleicht schaut er zu und ist ein begeisterter Theaterbesucher, der immer zuschaut, wenn's unten auf der Welt was zu sehen gibt. Und wahrscheinlich schüttelt er ganz oft den Kopf und sagt: das habt ihr jetzt von eurer Eigenverantwortung, von eurem Selbst-Entscheiden-Wollen über Gut und Böse".

Seit Jahrzehnten bringt Christian Stückl in Oberammergau das Leiden und Sterben Christi auf die Bühne. Er stellt sich so manchmal die Frage, warum ausgerechnet er da hinein geboren wurde, warum er mit dem Passionsspiel aufgewachsen ist. Seine Erklärung ist, dass jeder irgendwo hineingepflanzt wird, und sich dann den eigenen Weg suchen muss. Jeder könne nur versuchen, das Leben so zu gestalten, dass es für ihn selbst einen Sinn bekommt.

An eine Hölle glaubt Stückl nicht, und insgesamt versucht er es mit dem Apostel Paulus zu halten: Der schreibe schließlich, dass man sich keine Gedanken machen müsse und das Leben danach sowieso nicht so ist, wie wir es uns vorstellen.