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Caritas-Chef verärgert: Sozialleistungen sind keine "Wohltaten" | BR24

© pa/dpa

Gemeindetags-Präsdiente Uwe Brandl sprach im Zusammenhang mit Sozialleistungen von "Wohltaten" und wurde vom Caritas-Direktor dafür kritisiert.

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    Caritas-Chef verärgert: Sozialleistungen sind keine "Wohltaten"

    Die Caritas in Bayern ist über den Chef des Gemeindetags verärgert. Es geht um eine Aussage von Uwe Brandl, in der er soziale Leistungen als "Wohltaten" bezeichnet. Der katholische Wohlfahrtsverband übt scharfe Kritik.

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    Bei der Landesversammlung des Bayerischen Gemeindetags warnte Brandl am 14. Oktober 2020 vor der drohenden Schuldenlast im Zuge der Corona-Krise. Er forderte, "die Fülle an sozialen Wohltaten zu durchforsten, mindestens aber in Gänze auf den Prüfstand zu stellen." Landescaritas-Direktor Prälat Bernhard Piendl übt scharfe Kritik an Brandls Vorschlag:

    "Ich weiß nicht, was der Präsident sich gedacht hat: Kriegen wir zu viel Rente, werden wir überversorgt, wenn wir krank oder pflegebedürftig sind, geben wir zu viel Geld für Menschen mit Behinderung aus? Das sind geregelte Leistungen, auf die wir Anspruch haben und die ja auch vom Bürger bezahlt werden letztlich." Caritas-Direktor Prälat Bernhard Piendl

    Die Äußerung des Gemeindetags-Präsidenten, dem der Caritas-Direktor Piendl im Übrigen herzlich zur Wiederwahl gratuliert, vermittle ein "völliges verzerrtes und falsches Bild von dem, was wir als Sozialleistung in einem Sozialstaat verstehen." Soziale Leistungen, so Piendl, seien kein Gnadenerweis, der verschenkt werde. Ein Kindergartenplatz sei ebenso wenig eine "Wohltat" wie eine gute Flüchtlingsberatung. Über das Maß solcher Leistungen lasse sich natürlich streiten, faktisch bräuchte man in vielen Bereichen aber eher mehr als weniger Mittel, um wirklich gut arbeiten zu können.

    Aufruf zu mehr Zusammenhalt

    In der derzeitigen Corona-Krise hätte sich Piendl vom Gemeindetag-Chef eher eine andere Botschaft gewünscht: Einen Aufruf zu mehr Zusammenhalt etwa oder Solidarität mit den am stärksten von der Krise betroffenen Menschen.

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