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Buzzcocks-Gründer Pete Shelley gestorben | BR24

© picture alliance / AP Images

Buzzcocks-Frontmann Pete Shelley im May 2018 bei einem Konzert auf dem Marvin Festival in Mexico City.

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    Buzzcocks-Gründer Pete Shelley gestorben

    Die Buzzcocks aus Manchester waren neben den Sex Pistols und The Clash eine der ersten archetypischen Punkbands Englands. Nun ist Pete Shelley, der Frontmann, Gitarrist und Songschreiber der Gruppe, mit 63 Jahren in Estland gestorben.

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    Im Januar 1976 war Pete Shelley einer der Typen, die in Manchester die Buzzcocks aus der Taufe hoben. Anfangs teilte sich der Gitarrist noch das Gesangsmikro mit Howard Devoto, Bass spielte damals Steve Diggle und hinterm Schlagzeug saß John Maher.

    Stromstoß-Musik!

    Die Sex Pistols nahmen sie im gleichen Jahr mit auf ihre "Anarchy-Tour", was in Punk-Kreisen einem Ritterschlag gleichkam. Die ersten Singles der Buzzcocks formulierten typische Punk-Themen: "Boredom", "Orgasm Addict" und "What Do I Get" – heute sind diese Vinylscheiben gefragte Sammlerstücke.

    Obwohl sich Vokalist Howard Devoto bereits nach einem Jahr verabschiedete, um Magazine zu gründen, hielten die Buzzcocks mit kumpelhaftem Image Kurs. Ihre Stücke waren straighter Punkrock, ähnlich schnell wie die Musik der Ramones aus New York. Dem gesetzteren Publikum ging es bei den Buzzcocks ähnlich wie bei den Ramones: Als die New Yorker aus Versehen mal in einem englischen Jazzclub auftraten, krallten sich die älteren Zuschauer entsetzt an den Armlehnen fest: Die Schnelligkeit und derart viele, akustische Stromstöße waren diese Herrschaften eben nicht gewohnt.

    Nirvana luden sie ein

    Nach fünf Jahren und drei Alben war erst mal Schluss für die Buzzcocks, die Luft war raus aus der Punk-Bewegung. Gegen Ende der 80er Jahre aber erkannte Pete Shelley das erneute Bedürfnis von jungen Fans nach schnörkellosem Punkrock à la Buzzcocks. Er reformierte die Band 1990, übrigens mit Mike Joyce, einem ehemaligen Smiths-Schlagzeuger. Die sympathischen Rocker wurden bei zahlreichen Tourneen als Pionier-Act der Indie-Bewegung gefeiert. Folgerichtig war, dass sie dann gemeinsam mit Nirvana auf Tournee gingen.

    Romantik à gogo

    Pete Shelley, der eigentlich Peter McNeish hieß, hatte sich, was den Künstlernamen angeht, offenbar an den Dichtern der englischen Romantik orientiert. Ob er sich dabei auf Percy Bysshe Shelley bezog oder auf Mary Shelley, dessen Witwe und Autorin des "Frankenstein", blieb allerdings offen.

    Pete Shelley, Motor der Buzzcocks und Punk-Original, erlag am Donnerstag einer Herzattacke in seinem Haus in Estlands Hauptstadt Tallinn. Dort lebte er seit einigen Jahren mit seiner Frau.