Mann mit Gitarre auf Bühne
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Der Südtiroler Philipp Burger bei einem Konzert mit seiner Band Frei.Wild.

    Bündnis fordert Absage von Frei.Wild-Konzert in München

    In einem Offenen Brief an die Stadtspitze fordern mehrere Organisationen, dass München die Olympiahalle an "Frei.Wild" nicht vermietet. Ihr Vorwurf: Die Band habe "antisemitische, geschichtsrevisionistische und rassistische Aussagen getätigt".

    Mit einem Offenen Brief kritisiert ein linkes Bündnis gegen Antisemitismus den geplanten Auftritt der Südtiroler Band Frei.Wild in der Münchner Olympiahalle im kommenden Januar. Das Schreiben richtet sich an Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sowie die zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) und die dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD).

    Antisemitismus-Vorwurf des Bündnisses

    Darin heißt es zum geplanten Frei.Wild-Auftritt: "Da die Band in der Vergangenheit wiederholt antisemitische, geschichtsrevisionistische und rassistische Aussagen getätigt hat und ihre Distanzierung von Rechtsextremismus so glaubhaft ist wie jene eines Björn Höcke, fordern wir Sie dazu auf, Frei.Wild jegliche Räume und Auftrittsmöglichkeiten in der Olympiahalle (oder anderen städtischen Orten) zu streichen."

    Man betrachte es als Zumutung, die Band in einem städtischen Veranstaltungsort auftreten zu lassen. Die Halle wird von der Olympiapark München GmbH betrieben, deren alleinige Gesellschafterin die Landeshauptstadt ist. Das Bündnis fordert, dass der bereits geschlossene Vertrag nun wieder aufgekündigt wird. Die Stadt München will sich nach einer Anfrage des Bayerischen Rundfunks bislang nicht zu der Sache äußern.

    Bereits in früheren Jahren wurde heftige Kritik an geplanten Band-Auftritten im Olympiapark geäußert - so zum Beispiel 2015 von Seiten der Münchner Grünen, wie die "tz" berichtete. In Flensburg wurde dagegen nach Angaben des Spiegels im Jahr 2019 ein Konzert vom dortigen Landgericht verboten.

    Kritik bereits am Münchner Metropoltheater

    Unterzeichner des aktuellen Briefes ist unter anderem die Grüne Jugend München, die Linksjugend München und der Verband Jüdischer Studenten in Bayern, der jüngst in einem anderen Offenen Brief Kritik an der Aufführung von "Die Vögel" im Münchner Metropoltheater äußerte. Es mache "Holocaust-Relativierung sowie israelbezogenen Antisemitismus salonfähig". Das Metropoltheater setzte daraufhin das Stück ab.

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