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Bühnen- und Musikverbände: Jeden zweiten Sitzplatz besetzen | BR24

© Axel Heimken/Picture Alliance

Leere Plätze in der Elbphilharmonie

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    Bühnen- und Musikverbände: Jeden zweiten Sitzplatz besetzen

    Bei Einhaltung von Hygienestandards ist es nach Ansicht der Veranstalter möglich, deutlich mehr Zuschauer in die Säle zu lassen als bisher. Sie kritisieren eine regionale "Ungleichbehandlung" und messen sich an Handel und öffentlichem Verkehr.

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    Die große Sause fällt erst mal aus: Das Konzert "Give Live a Chance", das für den 4. September in der Düsseldorfer Fußballarena geplant war, wurde auf einen noch unbestimmten Termin im Spätherbst verschoben. Es waren dafür nach Angaben von Veranstalter Marek Lieberberg bereits rund 7.000 Karten verkauft worden, mit etwa doppelt so vielen Zuschauern war gerechnet worden. Doch "Bedenken der Landesregierung" hätten dazu geführt, dass sich "gegensätzliche Positionen" kurzfristig "nicht überbrücken" ließen, so Lieberberg, so dass das Event zunächst abgesagt wurde. Es waren so prominente Künstlerinnen und Künstler wie Bryan Adams, Sarah Connor und Michael Mittermeier erwartet worden.

    "Strukturelle Schieflage der deutschen Konzertlandschaft"

    Unterdessen drängen die Lobby-Verbände der Live-Veranstalter auf mehr Flexibilität bei den Sitzplatz-Beschränkungen. Benedikt Stampa, der Sprecher der Deutschen Konzerthauskonferenz teilte mit, zwar hätten "Gesundheit und Sicherheit der Zuschauer und Künstler" allerhöchste Priorität, doch es gebe gleichwohl Anlass zur Kritik: "Es ist schwer zu vermitteln, dass in einem Konzerthaus in NRW zum Beispiel 1.000 Plätze belegt werden können, während in Bayern die Theater und Konzerthäuser – unabhängig von der Platzkapazität – nur maximal 200 Besucher einlassen dürfen und in Baden-Württemberg bis maximal 500 Besuchern Einlass gewährt wird. Diese Ungleichbehandlung führt zu einer strukturellen Schieflage innerhalb der deutschen Konzertlandschaft und ist wirtschaftlich wie künstlerisch höchst problematisch."

    © Axel Heimken/Picture Alliance

    "Aufgelockerte" Besetzung?

    Marc Grandmontagne, der Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, plädiert ebenfalls für eine Lockerung: "Bei konsequenter Umsetzung der Hygienestandards, bei durchgehender Nutzung von Mund-Nasen-Schutz, bei gezielter Desinfektion und ausreichender Durchlüftung sowie Nachverfolgbarkeit der Besucher sollte es möglich sein, grundsätzlich jeden zweiten Platz eines Theaters oder Konzertsaals aufgelockert zu besetzen. Die Einhaltung dieser hygienischen Bedingungen gewährleistet einen hohen Sicherheitsstandard im öffentlichen Leben verglichen mit anderen Bereichen wie öffentlicher Verkehr, Handel oder Gastronomie."

    Unterzeichnet haben den Aufruf auch der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon, der Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung, Gerald Mertens, und Jörg Löwer, der Präsident der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger.

    "Schachbrettmuster" in Berlin

    Die Barenboim-Said-Akademie in Berlin hatte bereits angekündigt, ihren Kammermusiksaal ab 1. September nach dem sogenannten Schachbrettmuster besetzen zu wollen. Wie bei den Festivals in Salzburg und Luzern solle jeweils ein freier Sitz vor, hinter und neben jedem Besucher mit einem Abstand von 1,5 Meter besetzt werden. Damit könnte knapp die Hälfte der 683 Plätze im Boulez Saal besetzt werden. Voraussetzung sei allerdings Maskenpflicht während der gesamten Veranstaltung. Sollte das zuständige Gesundheitsamt dem Plan nicht zustimmen, erwartet die vom Dirigenten Daniel Barenboim gegründete Akademie nach Angaben von dpa Argumente, warum diese Sitzordnung nicht rechtskonform sei. Notfalls will die Akademie die Vorgaben rechtlich prüfen, um Planungssicherheit für alle Veranstaltungen zu bekommen.

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