Das Zen-Haus in Aschheim bei München

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Buddhismus in Bayern: 30 Jahre Zen-Haus

Buddhismus in Bayern: 30 Jahre Zen-Haus

In der Leere zur Erleuchtung finden - das ist die Idee des Zen-Buddhismus, der im Landkreis München seit 30 Jahren ein Zuhause hat und immer mehr Zulauf erfährt. Neben der Glaubenslehre versucht das Zen-Haus auch die japanische Kultur zu vermitteln.

Otsuka Ryunosuke hieß früher Markus Lösch. Dann wanderte er nach Japan aus, ein Samurai-Meister hat ihn adoptiert. Seitdem trägt der heute 29-Jährige seinen japanischen Namen. Er ist der erste deutsche Samurai, der eine traditionelle japanische Kampfkunstschule leitet. Schon als Kind hat ihn die japanische Kultur fasziniert und ihre Vielschichtigkeit: "Man hat nicht nur die Kriegskunst, sondern auch Philosophie und Etikette. Alles geht ineinander über."

Am Wochenende feierte das Zen-Haus 30-Jähriges Bestehen. Gegründet hat es der deutsche Zen-Priester Dokuho Meindl. Zen ist eine Form des Buddhismus, bei der die Meditation im Mittelpunkt steht. Für viele Menschen war das gerade in der Corona-Zeit attraktiv. Im Herbst und im Winter seien viel mehr Leute gekommen als sonst, so Dokuho Meindl, "um innere Ruhe zu finden und zu lernen, wie man mit einem unruhigen Geist umgeht".

Während der Krise Ruhe finden

Zen boomt nicht nur in Dornach bei München, sondern deutschlandweit. Das beobachtet auch der Philosoph und Priester Michael Bordt von der Jesuitenhochschule in München: "Die Kirche ist in ihrer institutionalisierten Form immer weniger attraktiv für die spirituelle Sehnsucht der Menschen. In diese Lücke tritt der Zen-Buddhismus."

Der Zen-Buddhismus verspricht, Einklang zwischen Körper und Geist zu finden. Das ist auch für die traditionelle Schwertkunst existenziell, wie sie Samurai-Meister Otsuka Ryunosuke weiterführt. Vor ein paar Jahren hat er den Hauptsitz seiner Schule von Tokio nach München verlegt.

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