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Verfilmung "Unsere kleine Farm"

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Buchpreis soll nicht mehr nach Laura Ingalls Wilder benannt sein

Die American Liberary Association hat dafür votiert, einen Kinderbuchpreis nicht mehr nach der Autorin von "Unsere kleine Farm" zu benennen. Grund dafür: Wilders (1867 - 1957) habe Indianer und Farbige "inakzeptabel" sprachlich gedemütigt.

Über dieses Thema berichtet: kulturWelt am .

Schon vor einigen Jahren wurde damit begonnen, Kinderbuch-Klassiker umzuschreiben, um „rassistische“ Formulierungen zu tilgen. So heißt der „Neger-Häuptling“ bei Pippi Langstrumpf längst „Südsee-Häuptling“. Auch die „Kleine Hexe“ und andere Titel wurden genauer unter die Lupe genommen und entsprechend neu bearbeitet. Jetzt trifft die Debatte einen Klassiker der Literatur: Laura Ingalls Wilder (1867 – 1957), die mit ihren acht Büchern der Reihe „Unsere kleine Farm“ (im englischen Original „Little House on the Prairie“) berühmt wurde, soll nicht länger Namensgeberin eines renommierten Preises für Kinderbuchliteratur sein.

"Keine Siedler, nur Indianer"

Sie selbst war 1954 die erste Trägerin der Auszeichnung des amerikanischen Bibliotheksverbands mit Sitz in Chicago. Jetzt hat der zuständige Ausschuss einstimmig beschlossen, den Preis umzubenennen. Vor allem Textstellen über Schwarze und amerikanische Ureinwohner seien inzwischen „inakzeptabel“, so die Kritiker der American Liberary Association. Als Beispiel wurden Formulierungen genannt wie: „In Kansas gibt es keine Leute, nur Indianer“ oder auch „Keine Siedler, nur Indianer“. Solche „Stereotypen“ seien unvereinbar mit den geltenden Grundsätzen des Verbands. Der Stamm der Osage-Indianer hadert seit Jahren mit Laura Ingalls Wilders Literatur, deren Grundlage die Vertreibung der Vorfahren aus ihren Heimatgebieten gewesen sei. 

Stehende Ovationen

Nach Angaben der Beteiligten gab es bei der Entscheidung am vergangenen Samstag auf einer Tagung in New Orleans „stehende Ovationen“ aus dem Publikum. Der Preis wurde zunächst alle fünf Jahre verliehen, von 1980 bis 2001 alle drei Jahre, seitdem gibt es alle zwei Jahre einen Preisträger.