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Betörender Gesang & Soundexperimente: Brigid Mae Power | BR24

© Audio: BR / Bild: Steve Gullick

Für ihr neues Album "Head Above The Water" hat sich Brigid Mae Power experimentierfreudige Mitstreiter gesucht.

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Betörender Gesang & Soundexperimente: Brigid Mae Power

Die Irin Brigid Mae Power ist Multi-Instrumentalistin und Sängerin. Für ihr neues Album "Head Above The Water" hat sie sich experimentierfreudige Mitstreiter gesucht – und erzählt auch düstere Geschichten, die immer ein Geheimnis bewahren.

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Zunächst wirkt es, als wäre Brigid Mae Power nur eine von vielen Neo Folk-Songwriterinnen. Aber die Irin hat etwas, das sie von anderen Folksängerinnnen unterscheidet, und das ist nicht etwa ihr Akzent, sondern ihr starker Anklang an die irische Musiktradition. Man kann das allerdings schnell überhören, wenn man sich von ihrem Gesang bezaubern lässt, der in manchen Momenten an die große Countrysängerin Emmylou Harris erinnert, wie zum Beispiel auf der Coverversion von "The Blacksmith", einem Traditional.

Sängerin, Komponistin, Multi-Instrumentalistin

Brigid Mae Power kommt aus Galway, ihr Album hat sie aber mit dem schottischen Musiker und Produzenten Alasdair Roberts in Glasgow aufgenommen. Alasdair Roberts' eigene Musik ist einerseits sehr folkloristisch, andererseits aber auch etwas exzentrisch. Er dürfte verantwortlich dafür sein, dass manch unerwartete Soundeinlagen wie die von einer indischen Shrutibox neben der irischen Rahmentrommel Bodhran Platz in den Songs finden. Dazu kommen Bouzouki, Mellotron, Pedal Steel, Klavier, Synthesizer. Es geht alles Hand in Hand, ohne je überladen zu wirken.

Der Ehemann von Brigid Mae Power ist ebenfalls auf dem Album zu hören: Peter Broderick ist Komponist, hat selbst mehrere Solo-Alben veröffentlicht und ist gefragter Remixer. Es gibt noch weitere vier Mitmusiker, dabei spielt Brigid Mae Power ja selbst so viele Instrumente: Ukulele, Klavier, Harmonium, und auf dem Knopfakkordeon lässt sie auch mal irische Polkas los. Auf ihrem neuen Album aber ist die Stimmung etwas düsterer. "I Was Named After You" ist ein Song, der bis zum Ende stark von ihrer Stimme getragen wird, bis das Getöse losbricht, das wiederum eine Flöte zu besänftigen versucht. Hier ist nicht mehr so viel von traditionellem Folk zu spüren.

Sanfter Gesang, große Geheimnisse

Auch andere Details könnten beunruhigend wirken, wenn man sich nicht von Powers betörender Stimme in die Irre führen lässt. In dem Song "Wearing Red That Eve" rufen ein paar Männer der Protagonistin unflätige Bemerkungen hinterher. Sie reagiert darauf heftig, aber es bleibt unklar, was genau passiert. Geheimnisvoll geht es nicht nur in diesem Text zu, es sind viele mysteriöse ebenso wie mystische Momente auf diesem Album zu finden. Dass der Gesang, so schön er auch ist, ein wenig an atmosphärischen Stimmungswechseln leidet, ist ein Manko an diesem Album, aber es verstecken sich auch noch einige Details darin, die es zu entdecken gilt.

Head Above The Water von Brigid Mae Power erscheint auf Fire Records.

© Fire Records

Brigid Mae Power, "Head Above The Water"

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