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Am 2. Februar wird die "Darstellung des Herrn" gefeiert, auch als "Mariä Lichtmess" bekannt. Was hat es mit diesem Tag auf sich?

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Brauchtum und Bauernregeln an Lichtmess

Der 2. Februar galt früher als Ende der Weihnachtszeit, als Beginn des Bauernjahrs und war der wichtigste Tag für Dienstboten auf Bauernhöfen. Rund um Lichtmess gibt es viele Bräuche und Wetterregeln. In den USA ist der 2. Februar der Murmeltiertag.

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Von
  • Christine Schneider

Am 2. Februar feiern Christen alljährlich Mariä Lichtmess, früher hieß der Tag auch Mariä Reinigung. Mariä Lichtmess wird genau 40 Tage nach Weihnachten gefeiert, an diesem Tag endete bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil traditionell die Weihnachtszeit. In vielen Kirchen und Häusern bleiben daher die Krippe und der Christbaum nach alter Tradition bis zum 2. Februar stehen.

Hintergrund: ein alter jüdischer Brauch

Der mosaischen Tradition folgend galt eine Frau 40 Tage nach der Geburt eines Kindes als "unrein". Danach musste sie ein Reinigungsopfer in den Tempel bringen: eine Taube und ein Schaf. Auch Maria ging nach 40 Tagen mit ihrem Sohn Jesus und einer Opfergabe in den Tempel. Weil Jesus ihr erster Sohn war, musste er außerdem Gott geweiht und "dargestellt" werden. Deshalb heißt Mariä Lichtmess offiziell "Fest der Darstellung des Herrn".

Lichterprozessionen und Kerzenweihe

Ein weit verbreiteter Brauch zu Lichtmess sind Lichterprozessionen und das Weihen von Kerzen. Bis 1912 war der 2. Februar sogar offizieller katholischer Feiertag.

Kerzen sind an Lichtmess wichtig: Weil herunter tropfendes Wachs als Segen gilt, flackerten zu Lichtmess früher auch Kerzen auf den Balkonen der Häuser. Außerdem träufelte man drei Tropfen Wachs einer geweihten Kerze auf ein Brot, das sollte vor Krankheiten schützen.

Wichtiger Tag für Dienstboten

Auch für Knechte und Mägde auf Bauernhöfen war Lichtmess früher ein Feiertag: Am 2. Februar bekamen die Bediensteten ihren Lohn und ein paar Tage frei, oftmals der einzige Urlaub im ganzen Jahr. Außerdem entschied sich am 2. Februar, ob die Knechte und Mägde weiterhin auf dem Hof arbeiten durften oder sich eine neue Dienststelle suchen mussten. Wenn beide Seiten zufrieden waren, spendierten die Bauern in der Regel dem Gesinde an Lichtmess ein Festmahl. Kündigten die Bediensteten, geschah das mit dem Spruch: "Bauer, wir zwei machen Lichtmess!"

Bauernregeln zu Mariä Lichtmess

Zu Lichtmess gibt es auch viele Bauernregeln. Knapp zusammengefasst: Ist es um den 2. Februar herum mild und sonnig, steht noch eine Kälteperiode bevor. Ist es am 2. Februar nass und kalt, sollen Frühjahr und Sommer schön werden.

"Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. Ist es aber klar und hell, kommt der Lenz noch nicht so schnell." Bauernregel

Der 2. Februar gilt auch als Auftakt fürs Ackerjahr. Die Tage werden spürbar länger, draußen auf den Feldern geht es wieder los:

"An Lichtmess fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an." Bauernregel

Tiere als Wetterpropheten

Viele Bauernregeln beruhen darauf, Tiere zu beobachten und aufgrund ihres Verhaltens das Wetter zu prophezeien. So heißt es: "So lang die Lerche vor Lichtmeß singt, so lange sie nachher weder singt noch schwingt."

Eine besondere Bedeutung hat am 2. Februar der Dachs:

"Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoche, bleibt er vier Wochen noch im Loche." Bauernregel

Aus Westfalen ist aus dem Jahr 1859 überliefert: "Wenn der Dachs zu Maria Lichtmeßen mittags zwischen 11 und 12 Uhr seinen Schatten sieht, so muss er noch vier Wochen in seinem Baue bleiben."

Groundhog Day in den USA

Deutschsprachige Einwanderer in Pennsylvania, wo es keine Dachse gibt, suchten sich einen anderen Winterschläfer für diese Bauernregel: das Waldmurmeltier, auf Englisch Groundhog oder Whistle-Pig. Mariä Lichtmess wurde so in den USA zum Groundhog Day oder nach dem kurpfälzischen Dialekt zum "Grundsau-Daag". Daran, ob die Grundsau ihren Schatten sehen kann, entscheidet sich vermeintlich die Länge des Winters.

Wetterprognose von "Punxsutawney Phil"

Am weitesten treibt den volksfesthaften Murmeltier-Kult der 6.000-Einwohner-Ort Punxsutawney in Pennsylvania. 1993 wurde das Städtchen Spielort des Hollywood-Klassikers "Und täglich grüßt das Murmeltier", in dem ein Wetteransager so lange in einer Zeitschleife hängt und immer wieder denselben Tag erlebt, bis er ein besserer Mensch geworden ist.

Jedes Jahr kommen tausende Besucher in die Kleinstadt, wenn ein Murmeltier namens Phil durch Stockschläge auf die Behausung geweckt und aus seinem Bau getrieben wird. Heuer empfängt "Punxsutawney Phil" coronabedingt keine Touristen. Dennoch wird die Welt am 2. Februar vom Festkomitee erfahren, ob es einen baldigen Frühling gibt oder ob der Winter noch lange andauert.

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  • Christine Schneider
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