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Brasilien: Netflix muss Jesus-Parodie absetzen | BR24

© picture alliance

Symbolbild Netflix

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    Brasilien: Netflix muss Jesus-Parodie absetzen

    Jesus kommt zu Weihnachten nach Hause und deutet an, schwul zu sein: Eine Netflix-Parodie muss in Brasilien aus dem Netz genommen werden. Religiöse Gruppen hatten Gotteslästerung gewittert und teils gewaltsam protestiert.

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    Netflix muss die Weihnachtssendung einer brasilianischen Satire-Gruppe angesichts massiver Kritik aus der Kirche aus dem Programm nehmen. Dies ordnete Richter Benedicto Abicair in Rio de Janeiro an. Er folgte damit der Petition einer katholischen Organisation, die die Ehre von Millionen Gläubigen durch die Ausstrahlung der Sendung "A Primeira Tentação de Cristo" (Die erste Versuchung Christi) verletzt sieht.

    Produziert wurde der Kurzfilm beim Streaming-Dienst Netflix von der brasilianischen Comedy-Truppe "Porta dos Fundos" (Hintertür). Nach einer Protestwelle gegen den Film gab es an Weihnachten einen Brandanschlag gegen die Produktionsfirma in Rio.

    In der Sendung kehrt Jesus an seinem 30. Geburtstag nach Hause zurück und deutet an, schwul zu sein. Religiöse Gruppen verdammten dies als Gotteslästerung. Der texanische Bischof aus der Stadt Tyler, Joseph Strickland, teilte auf Twitter, dass er Netflix auf Grund dieser Sendung abbestellt habe.

    Eine Online-Petition sammelte Millionen Unterschriften für ein Verbot des Films. Dessen Macher verteidigten ihre Produktion indes als legitimen Ausdruck der Meinungsfreiheit.

    Vorwurf der Zensur

    Bei dem nun ergangenen Urteil handelt es sich um eine einstweilige Verfügung .Aus "gesundem Menschenverstand heraus" sei es besser, den Film bis zu einem endgültigen Urteil abzusetzen, so der Richter. Er wolle damit "die Gemüter beruhigen", zudem sei das "Recht auf freie Meinungsäußerung nicht absolut".

    Des Weiteren sagte der Richter, eine Streichung der Sendung aus dem Streaming-Programm sei "nicht nur von Vorteil für die christliche Gemeinde, sondern für die brasilianische Gesellschaft, die überwiegend christlich ist".

    Das Urteil sorgte für Kritik unter anderem von Brasiliens Anwaltskammer und auch in den Sozialen Meiden gab es Proteste. Weder "Porta dos Fundos" noch Netflix äußerten sich bislang zu dem Urteil. Der Film war am Mittwochabend (Ortszeit) noch online abzurufen.