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BR-Moderator Roger Rekless erhält Deutschen Radiopreis | BR24

© BR/Fabian Stoffers

Roger Rekless wurde gestern mit dem Deutschen Radiopreis ausgezeichnet – als bester Newcomer

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    BR-Moderator Roger Rekless erhält Deutschen Radiopreis

    Er ist Autor, Musiker und Moderator, kurz: ein Tausendsassa, wie er im Buche steht. Zum Radio ist Roger Rekless erst vor vier Jahren gekommen. Jetzt hat ihn auch der Deutsche Radiopreis entdeckt – und den BR-Moderator zum besten Newcomer gekürt.

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    Seit 2015 ist Roger Rekless regelmäßig im Radio zu hören – auf PULS hat er zum Beispiel seine eigene Radiosendung, die "Roger Rekless Show". Für PULS veranstaltet er auch seit geraumer Zeit Freestyle-Sessions auf Facebook – und manchmal auch live auf der Open Air-Bühne.

    Auch für Bayern 3 stand der Moderator regelmäßig am Mikrophon, in der Ende 2018 eingestellten "BAYERN 3 Spätschicht, präsentiert von PULS". Für diese Sendung hat Rekless jetzt den Deutschen Radiopreis als bester Newcomer bekommen. "Der Preisträger brilliert mit seinem authentischen, unverwechselbaren Stil. Seine Sprache ist bildhaft, sein Hintergrundwissen breit, seine Liebe zur Musik frei von Genre-Grenzen. Er ist ein Hoffnungsträger in unserer Radiolandschaft", hieß es in der Jurybegründung.

    Mit über 35 noch Newcomer?

    Dass er mit über 35 in der Kategorie "Newcomer" nominiert wurde, findet er nicht seltsam, schließlich habe er erst mit Anfang 30 angefangen im Radio: "Ich hab ja wirklich gar keine Ahnung gehabt. Ich hatte zwar die eigene Show, die Rekless Show, wo ich dank PULS machen konnte, was ich will. Und ich hab dann echt alles gelernt, was ich lernen musste. Was ich im Radio muss, kann, darf – und da so ein bisschen versucht, meinen eigenen Stiefel zu machen. Und ich glaub, das ist dann auch eben ein Newcomer. Also für mich war es auch ein Neuanfang."

    Gerade das Unkonventionelle überzeugte. Bei der Preisverleihung in der Hamburger Elbphilharmonie meinte PULS Musikchef Christoph Lindemann: "Rekless ist einfach ein unfassbar unkonventioneller Radiomoderator – der hält sich an gar nichts und das macht ihn so wahnsinnig gut. Und gerade was seinen Freestyle betrifft, ist er eigentlich einzigartig in der deutschen Radiolandschaft." Rekless selbst konnte den Preis nicht in Empfang nehmen, da er momentan für das Goethe Institut in Aserbaidschan ist und dort Jugendlichen rappen beibringt.

    Offen – ohne Berührungsängste

    Berührungsängste kennt Roger Rekless nicht: weder als Moderator noch als Rapper. Letzteres stellte er 2018 unter Beweis, als er in Passau Gstanzlsängerin Renate Maier traf und sich mit der Expertin für die bayerisch-österreichische Liedform ein Freestyle-Battle lieferte.

    Der Autor hinter dem Rapper

    Auch als Autor ist Roger Rekless, der mit bürgerlichem Namen David Mayonga heißt, ein Newcomer. In diesem Jahr erschien sein erstes Buch mit dem Titel "Ein Neger darf nicht neben mir sitzen. Eine deutsche Geschichte" – ein Sachbuch, in dem er sich mit den Dynamiken des Alltagsrassismus in Deutschland, genauer: in Bayern, auseinandersetzt. Als Sohn eines Kongolesen und einer Deutschen im oberbayerischen Markt Schwaben ist er schon früh mit Rassismus in Berührung gekommen – und muss sich den Äußerungen auch heute noch viel zu häufig stellen.

    Wenn Roger Reckles nicht gerade auf Tournee ist, kann man ihn jeden vierten Freitag im Monat in der "Roger Rekless Show" auf PULS über Musik sprechen hören – das nächste Mal am 27. September 2019 ab 20:00 Uhr.

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