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BR-Intendant: Rundfunk der Zukunft wird eine Plattform sein | BR24

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Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte aus Sicht von BR-Intendant Ulrich Wilhelm auch externe Inhalte einbinden.

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    BR-Intendant: Rundfunk der Zukunft wird eine Plattform sein

    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte aus Sicht von BR-Chef Ulrich Wilhelm auch externe Inhalte einbinden. Das sagte der scheidende Intendant des Bayerischen Rundfunks der Deutschen Presse-Agentur.

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    • BR24 Redaktion

    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte aus Sicht von BR-Intendant Ulrich Wilhelm auch externe Inhalte einbinden. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Zukunft wird eine Plattform sein", sagte der Intendant des Bayerischen Rundfunks der Deutschen Presse-Agentur. "Neben eigenen Inhalten muss er auch Inhalte Dritter - zum Beispiel aus Wissenschaft und Kultur - bündeln und kuratieren können, sozusagen im Sinne einer gemeinwohlorientierten Community."

    Gemeinwohlorientierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Vordergrund

    Wilhelm sagte zu seiner Idee der Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, dass weiterhin ein vielfältiges Angebot an Information, Bildung, Kultur, Sport und Unterhaltung zur Verfügung gestellt werde, wie es das Bundesverfassungsgericht immer gefordert habe. "Sein Alleinstellungsmerkmal bleibt die Gemeinwohlorientierung. Zum Gesamtangebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zählen auch weiterhin lineare Angebote aus Hörfunk und Fernsehen", sagte Wilhelm.

    Wilhelms Bilanz: Trimedialität und mehr weibliche Führungskräfte

    Nach zwei Amtszeiten verlässt Wilhelm den BR Ende Januar kommenden Jahres. Als wichtigen Fortschritt während seiner Amtszeit sieht er - neben der Transformation des Hauses in Richtung Trimedialität – die Förderung von Frauen in Führungspositionen: "Als ich anfing, lag der Anteil von Frauen in Führung bei einem Viertel, heute sind wir weit über einem Drittel, in den journalistischen Bereichen teilweise deutlich darüber, so Wilhelm. Um den Anteil an weiblichen Führungskräften weiter zu erhöhen, setze der BR das Programm "Frauen in Führung" um, das eine individuelle Potenzialförderung vorsehe.

    Frage des Rundfunkbeitrags weiter ungeklärt

    Noch immer ist die Frage der Finanzierung des Rundfunkbeitrags unter den Bundesländern nicht beantwortet. Vor allem Sachsen-Anhalt sperrt sich gegen eine Erhöhung des Beitrags. Wilhelm sieht dies kritisch: "Wenn 15 Landesparlamente ratifizieren und eines nicht, dann ist das zuerst ein Thema der Gesamtheit der Länder, wie sie mit der Situation umgehen. Zusätzlich stellt sich für ARD, ZDF und Deutschlandradio die Frage: Wie gehen wir in der ab 1. Januar 2021 beginnenden Finanzierungsperiode damit um, dass die Mittel, die wir nach der KEF-Vorgabe benötigen, gar nicht eingenommen werden können?" Auch eine Klage des BR vor dem Bundesverfassungsgericht sei in diesem Fall denkbar.

    Eine eigenständige europäische digitale Infrastruktur

    Auf europäischer Ebene macht sich Wilhelm seit einiger Zeit für eine digitale Infrastruktur stark – als Gegengewicht zu US-Größen wie Google. Dazu gab es jüngst ein Impulspapier der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). "Das Impulspapier ist auf großes Interesse gestoßen und hat eine intensive Debatte ausgelöst. Ich freue mich, dass immer mehr Stimmen aus der Politik sagen: An dem Thema ist viel dran. Unserer Selbstbehauptung im Digitalen müssen wir mehr Kraft und Zeit widmen."

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