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BR-Höredition für Grimme Online Award 2020 nominiert | BR24

© Jewish Museum, Belgrade

Fotographie von Hilda Dajč, aufgenommen vor dem Krieg.

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    BR-Höredition für Grimme Online Award 2020 nominiert

    In der für den Grimme Online Award 2020 nominierten Höredition "Die Quellen sprechen" lesen Schauspieler*innen und Zeitzeug*innen Dokumente von Opfern, Tätern und Beobachtern der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden in der NS-Zeit.

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    Die dokumentarische Höredition "Die Quellen sprechen" des Bayerischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte ist ein einzigartiges Projekt. Basierend auf einer auf 16 Bände angelegten wissenschaftlichen Edition, werden viele Dokumente der Judenverfolgung erstmals zugänglich gemacht, von den antisemitischen Aktionen in Deutschland nach der nationalsozialistischen Machtergreifung bis zum Holocaust. Im Vorwort der Edition "Judenverfolgung 1933-1945" heißt es dazu: "Dokumentiert werden die Aktivitäten und Reaktionen von Menschen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen, Überzeugungen und Ansichten, an verschiedenen Orten, mit jeweils begrenzten Horizonten und Handlungsspielräumen – Behördenschreiben ebenso wie private Briefe und Tagebuchaufzeichnungen, Zeitungsartikel und die Berichte ausländischer Beobachter."

    Die Quellen sprechen

    In der nun Grimme-nominierten Hör-Edition des Bayerischen Rundfunks lesen Schauspieler*innen und Zeitzeug*innen Dokumente von Opfern, Tätern und Beobachtern. Die neutrale Interpretation durch Bibiana Beglau, Wiebke Puls, Michael Rotschopf und Matthias Brandt eröffnet Räume für die eigene Positionierung. Ein wichtiges Ziel der Höredition ist, die letzte Möglichkeit zu nutzen, mündliche Überlieferungen von Holocaust-Überlebenden aufzuzeichnen. So geben unter anderem Anita Lasker-Wallfisch und der mittlerweile verstorbene Max Mannheimer Opfern ihre Stimme und berichten von ihren eigenen Erfahrungen.

    Stärke des akustischen Mediums

    Seit 2013 arbeitet die BR-Hörspielredaktion an "Die Quellen sprechen". Bayern 2 strahlte zwölf bisher produzierten Sendefassungen aus, vier weitere Teile fehlen noch zum Abschluss des Projektes. Die im Hörverlag veröffentlichte, 14 CDs umfassende Hörbuch-Edition wurde 2016 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Als Mahnmahl bezeichnete die Jury das Projekt, das Geschichte in Gestalt derer nahebringe, die sie erlebt haben. Dass der Hörverlag das Projekt des Bayerischen Rundfunks und des Instituts für Zeitgeschichte als Hörbuch zugänglich und verfügbar mache, sei "eine mutige Leistung".

    Nachhaltige Distribution

    Die dokumentarische Höredition kann ihre Wirkung auf verschiedenen Distributionswegen (Radiosendung, Hörbuch, Webseite, Podcast) voll entfalten. Ein zentrales Element ist die Webseite die-quellen-sprechen.de, die dauerhaft verfügbar bleiben soll und nun für den Grimme Online Award 2020 nominiert wurde. Sie können über den Publikumspreis bis zum 14. Juni 2020, 23:59 Uhr per Onlinevoting abstimmen.

    Die Website die-quellen-sprechen.de ist ein wachsendes Archiv für Originaldokumente, Zeitzeugengespräche und Hintergrundinformationen. Zusatzinformationen wie Landkarten oder Personenangaben helfen, die vielfachen Perspektivwechsel einzuordnen. Der digitale Verbreitungsweg biete Möglichkeiten, die besonders für eine jüngere Zielgruppe interessant seien, sagt Projektleiterin Katarina Agathos. Die Webseite ermögliche "eine persönliche Auseinandersetzung mit der Judenverfolgung in Europa durch das nationalsozialistische Deutschland, die thematisch sehr viel mehr in die Tiefe und ins Detail geht, als es der Geschichtsunterricht in der Schule vermag."

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