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Böhmermann über Familie Stoschek: "Wann gibt Coburg auf?" | BR24

© HMB-Media/Picture Alliance

Satire-Zielscheibe: Michael Stoschek

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    Böhmermann über Familie Stoschek: "Wann gibt Coburg auf?"

    Sie kommen voneinander nicht los: Bereits zum dritten Mal verspottete der ZDF-Satiriker das Geschäftsgebären der oberfränkischen Unternehmerfamilie, unter anderem mit einem Foto vom Potenzmittel Viagra - und eine "Satire-Soap" ist bereits angedroht.

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    Von
    • Peter Jungblut

    Die Coburger Unternehmer-Familie Stoschek hat das Zeug zu einer goldglänzenden Satire-Serie – so jedenfalls sieht es Jan Böhmermann vom „Magazin Royale“ im ZDF. Zum dritten Mal knöpfte er sich das Geschäftsgebaren des Autoteile-Zulieferers vor: „Michael Stoschek, Milliardär und Gesellschafter der Brose Fahrzeugteile AG will den Brose-Standort in Coburg vergrößern. 130 Millionen Euro für ein Logistikzentrum, ein Entwicklungsgebäude und ein Parkhaus – Gänsehaut!“ Dazu zeigte Böhmermann eine Viagra-Tablette. Eröffnet wurde sein neuester „Spottgesang“ durch die eingeblendete Zeitungsschlagzeile „Brose setzt Coburg unter Druck: Anwohner des Weichengereuth sind voller Sorgen“.

    "Versuch, die Stadt Coburg zu unterwerfen"

    Mit einem flotten „Show-Opener“ ging es weiter und dann redete sich Böhmermann schier in Rage: „Damit die Brose Fahrzeugteile AG noch mehr Geld verdienen kann, erwartet sie eine Gegenleistung von der Stadt Coburg. Was denn? Soll wieder mal eine Straße nach einem Nazi benannt werden? Fast! Da, wo die neuen Brose-Gebäude hin sollen stand mal eine Tankstelle, aber die hat den Boden verseucht. Und Michael Stoschek verdient zwar gerne viel Geld mit Autos, aber Autos machen ja leider viel Dreck, und den soll bitte jemand anderes entsorgen, und zwar die Stadt Coburg, weil erstens ist das super viel Arbeit, und zweitens ganz schön teuer. Mehrere Millionen Euro. Ach ja, und die Stadtautobahn B4 müsste auch noch ausgebaut werden von zwei auf vier Spuren. Die Stadt Coburg hat dazu zwar schon 'nein' gesagt, aber wäre 'ja' nicht besser für die Brose AG? Darum hat Michael Stoschek direkt an Markus Söder einen Brief geschrieben und darin dann vorgeschlagen, entweder Coburg entsorgt für Brose den widerlichen Giftmüll und baut eine vierspurige Stadtautobahn, oder die Firma Brose verlegt ihre gesamte Firmenzentrale nach Bamberg.“

    Und das soll längst nicht alles gewesen sein: „Wie geht es weiter? Wann gibt Coburg auf? Und wie sieht eigentlich Home-Office bei der Brose Fahrzeugteile AG aus? Das war ganz sicherlich nicht die letzte Folge von: 'Was gibt es Neues von Familie Stoschek und der Brose Fahrzeugteile AG und ihren Versuch, die Stadt Coburg anzueignen, zu unterwerfen…'“

    © Sven Hoppe/dpa-Bildfunk

    Jan Böhmermann

    Hauptthema der neuesten Ausgabe des „Magazin Royale“ war die deutsche Innenpolitik: „Warum macht die Polizei denn so viele Razzien in Shisha-Bars? Weil für die deutsche Sicherheitspolitik die Zusammenhänge klar sind: Kriminelle Ausländerclans betreiben illegale Ferrari-Geschäfte in Shisha-Bars. Aber wenn Dirk von nebenan ins Internet schreibt, hallo, ich bin ein Nazi und hier ist meine Todesliste und jetzt fahre ich los und bringe Menschen um, dann sind deutsche Sicherheitsbehörden super überrascht und entdecken die Unschuldsvermutung für sich oder dann ist das Satire, oder dann ist der Dirk einfach ein typisch kranker Einzeltäter", so Böhmermann.

    "Joachim Herrmann trinkt täglich fünf Liter Wasserwerfer-Wasser"

    Deutschlands Sicherheitspolitik werde von „17 kalkweißen Kartoffeln“ gemacht, „die privat niemals in Shisha-Bars gehen würden – unsere 17 deutschen Innenminister, 16 Männer und eine Frau. Kennst du einen, kennst du alle? Denkste!“ Böhmermann verglich die Politiker mit „Wurstwaren“: „Manche zeigen Gesicht, einige haben keinen Bock, die meisten haben ziemlich dicke Eier, vergurken es trotzdem und sülzen dann gerne nur rum. Wenn man zu viel darüber nachdenkt, bekommt man schlechte Laune.“

    In einer negativen „Hitliste“ der 17 Innenminister kam Bayerns Joachim Herrmann (CSU) auf Platz zwei, weil er sich trotz 13 Jahren Amtszeit mit „Pilates“-Übungen fit halte und mutmaßlich "jeden Tag fünf Liter gutes Wasserwerfer-Wasser“ trinke. Platz eins blieb für Thüringens Georg Maier (SPD) reserviert, der Böhmermann ein Interview gab. Horst Seehofer kam auf Platz 10: „Seine Ohren sind nicht in der Lage, Masken am Kopf zu halten, weil die Ohren einfach viel zu beschäftigt sind, darauf zu achten, dass das Gehirn zwischen ihnen nicht schon wieder Mist baut.“ Seehofer sei „immer noch vom Grundgesetz überrascht“. Schlusslicht dieser satirischen Charts war Torsten Renz aus Mecklenburg-Vorpommern: „Sein Gesichtsausdruck lässt die Wand hinter ihm enthusiastischer wirken als er selber ist, das muss man erst mal schaffen.“ Er wurde im „mausgrauen Hilfeschrei aus Elasthan“ gezeigt und als „schwarzer Gummiknüppel von der Ostsee“ bezeichnet.

    Über Roger Lewentz (SPD) aus Rheinland-Pfalz hieß es: „Von keinem deutschen Innenminister gibt es mehr Fotos an Kickertischen.“ Und Andy Grote (SPD) aus Hamburg musste sich den Spott gefallen lassen: „Der Hamburger Sicherheitschef feierte trotz Corona mit dreißig Freunden in der Hafencity seine Wiederwahl. 1.000 Euro Strafe musste er dafür bezahlen.“ Herbert Reul (CDU) aus Nordrhein-Westfalen sei das „frische Gesicht der Sicherheitspolitik“, Michael Stübgen (CDU) aus Brandenburg wurde ein „schusssicherer Gesichtsausdruck“ zugebilligt.

    Wer sich für diese und alle anderen Innenminister näher interessiert: Das "Magazin Royale" hat ein "Superposter" im Angebot, das unter Einsendern 99 Mal verlost werden soll.

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