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Blödeleien und Zeitgeist-Balladen: Die besten Corona-Songs | BR24

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2020 sind etliche Pandemie-Songs entstanden. Blödeleien und Zeitgeist-Balladen. Auch Erlend Oye hat einen Corona-Song beigesteuert.

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Blödeleien und Zeitgeist-Balladen: Die besten Corona-Songs

"Tanz den Drosten!" oder "Nudeln und Klopapier": 2020 hat ein neues Genre hervorgebracht: den Corona-Song. Traurig, lustig, nervig – die Bandbreite ist groß. Einige Songs und ihre Geschichte dahinter sind sogar so gut, dass sie Bestand haben könnten.

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Von
  • Tobias Ruhland

Der Weltraum – unendlich viele Mondnudelberge, aber auch unendlich viel Einsamkeit und Isolation. Ja, das sind teilweise schon sehr abgefahrene Themen auf dem Album "Weltraumkatzen" des Wiener Musikers pauT alias Paul Schreier. Als der diese ganzen Lieder schreibt, ist Corona noch Lichtjahre weit entfernt. Aber im Lockdown-Frühjahr 2020 mutiert das Album zum perfekten Soundtrack für die neue unwirkliche Gegenwart mit Corona. Etwa im Song "Und sie dreht sich doch":

"Ich seh die Erde jetzt von ganz weit oben und frag mich, ob sie sich noch dreht."

Am 22. März 2020 stirbt Gabi Delgado, der Sänger der Elektro-Pioniere von Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF). Nein, nicht an Corona, sondern an den Folgen eines Herzinfarkts. Das Mann/Frau-Duo Theodor Shitstorm wollte dem DAF-Sänger gedenken und einige Gedanken später nahmen sie den DAF-Klassiker "Mussolini" als musikalische Grundlage für ihren Corona-Song "Tanz die soziale Distanz":

"Lass Dich testen! Tanz nach Westen! Tanz nach Osten! Tanz den Drosten! Tanz die Distanz. Tanz die soziale Distanz!“

Im März 2020 will die Elektropop-Band The Whitest Boy Alive ein Konzert in Mexiko spielen. Doch dann folgen Corona-Chaos und Konzertabsage und zwei Bandmitglieder sitzen wegen Quarantäne-Bestimmungen sogar mehrere Wochen fest: Erlend Oye, der norwegische Sänger, und Sebastian Maschat, der Schlagzeuger mit bayerischen Wurzeln. Kurzerhand nehmen die beiden dort das Album "Quarantine at El Ganzo" auf und singen über die Quarantime:

"Don‘t you worry, you are still young. This will go over. Opportunities will come.“

Maschat ist immer noch in Mexiko – nicht, weil er nicht weg konnte, sondern weil er nicht mehr weg wollte. "Ich hatte lange das Gefühl, dass irgendwas in meinem Leben passieren wird, dass ich zum Meer ziehen werde", sagt Sebastian Maschat. "Das scheint jetzt passiert zu sein. Ich bleibe da erst mal, ja, und glotze über den Pazifik."

Vielleicht braucht es ja auch nächstes Jahr Songs für die Quarantime.

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