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Bildung für Mädchen: IT-Kurse in Kenia | BR24

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Keine Bildung, frühe Heirat, viele Kinder - das ist das Schicksal vieler Mädchen, aus abgelegenen Dörfern Kenias. Prinz Ludwig von Bayern will das ändern: Mit IT-Kursen und Internatschulen macht er die Mädchen fit für Internet-Jobs.

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Bildung für Mädchen: IT-Kurse in Kenia

Keine Bildung, frühe Heirat, viele Kinder – das ist das Schicksal junger Mädchen in vielen Dörfern in Kenia. Prinz Ludwig von Bayern will das ändern: Mit IT-Kursen und Internatsschulen macht er die Mädchen fit für Internet-Jobs.

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Von
  • Ulrich Hagmann

Es ist eine unwirtliche Gegend, die sich Prinz Ludwig von Bayern ausgesucht hat: die Halbwüste Turkana im Rift Valley im Norden Kenias. Fast 90 % der Menschen hier leben weit unter der Armutsgrenze.

"Wenn wir in Afrika in diesen entfernten Regionen den Menschen Chancen geben, in ihrer Heimat Geld zu verdienen und eine realistische und spannende Karriere zu machen, dann bleiben sie auch gerne in ihrer Heimat." Ludwig von Bayern, Entwicklungshelfer

Schon mit 16 gründete der junge Wittelsbacher sein erstes IT- Startup. Diese Erfahrung bringt er jetzt nach Afrika. Dabei hat er vor allem Mädchen und junge Frauen im Blick. Es gibt nicht viel Arbeitsmöglichkeiten in der Halbwüste Turkana, aber es gibt Internet. Deswegen sollen die Mädchen schon in der Schule lernen, was man mit dem Internet alles machen kann und dass man damit Geld verdienen kann.

Ein Leben ohne Hoffnung auf Besserung

Es geht um Mädchen wie Grace, die 12-jährige hat beide Eltern verloren. Sie lebt bei ihrer Tante, die nicht weiß, wie sie das Waisenkind und ihren eigenen Nachwuchs ernähren soll. Das Leben des Mädchens ist wie eine Reise in die Vergangenheit: Die Nomaden in der Halbwüste leben wie Ihre Vorfahren von und mit ihrem Vieh. Wer kein Vieh hat, wie Grace und ihre Tante, gehört zu den Ärmsten.

In den abgelegenen Nomadendörfern leben viele junge Mädchen wie Grace, bitterarm und ohne Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lebenssituation. Mourine Apuu war eine von ihnen, bis sie in einem der Projekte des Prinzen zur IT-Spezialistin ausgebildet wurde. Auch sie stammt aus einem abgelegenen Dorf. Wenn sie auf Mädchen wie Grace trifft, fühlt sie sich an ihre eigene Kindheit erinnert.

"Sie wird bald verheiratet werden. Bei einem Mädchen wie ihr dauert das vielleicht noch ein Jahr oder zwei. Die Mädchen hier werden ziemlich jung verheiratet. Dann muss sie zu Hause bleiben und Babys gebären und immer mehr Babys. Das heißt, sie muss immer mehr Mäuler füttern und immer härter arbeiten." Mourine Appu, IT-Lehrerin

Keine Bildung, frühe Heirat, viele Kinder. Dieser Zusammenhang ist gut erforscht. In der Turkana in Kenia gibt es eine der höchsten Geburtenraten weltweit, durchschnittlich 6,9 Kinder pro Frau.

Eine neue Frauenrolle für junge Kenianerinnen

Ludwig von Bayern investiert in der Turkana in digitale Entwicklung, um das zu ändern. Seine Initiative "Learning Lions" bildet junge Kenianerinnen in einem dreimonatigen Crashkurs zu IT-Freiberuflerinnen aus.

"In seiner Heimat Karriere machen und gleichzeitig die Anbindung an die eigene Kultur behalten: In Bayern würden wir da sagen: Laptop und Lederhose – im Grunde ist es genau dasselbe, man kann heutzutage von überall aus arbeiten, wenn man die richtigen Bedingungen und Grundlagen dafür schafft." Ludwig von Bayern, IT-Unternehmer

Mourine Apuu ist so etwas wie ein "Role-Model" für junge Mädchen in ihrer Heimat. Sie verkörpert die neue Frauenrolle. Sie unterrichtet Studierende in Web-Design, zeigt ihnen, wie sie kurze Erklär-Videos für Kunden weltweit gestalten können. Auch die 27-jährige ist Mutter, hat aber nur ein Kind und sich nach der Geburt bewusst dafür entschieden, auf eigenen Beinen zu stehen.

Kaderschmiede für junge Mädchen

Der Campus der "Learning Lions" ist so etwas wie eine Kaderschmiede für junge Talente. Hier können die jungen Kenianerinen nicht nur lernen, sondern kreative Arbeit, Vergnügen und Freizeitgestaltung miteinander verbinden.

Die Basis für die "Learning Lions" wird in Projekten wie der Queen of Peace Mädchenschule gelegt. 600 Mädchen werden hier unterrichtet, 200 Internatsplätze hat die Schule, die mit Spenden aus Deutschland u.a. von Sternstunden gebaut wurde.

In einem abgelegenen Gebiet direkt am Turkana See entsteht das größte Projekt des Prinzen. Ein neuer Campus für die "Learning Lions" und ein Mädchen-Gymnasium mit 400 Plätzen.

"Unser neues Zentrum ist tatsächlich mitten im Busch und manche Leute sagen, es ist verrückt, ein IT-Programm so weit weg von Großstädten machen zu wollen. Wenn man in einer Umgebung ist, in der man sich wohl fühlt, wenn man in einer Umgebung ist, wo man unter Gleichgesinnten ist, die dasselbe machen und dazu noch in einer Umgebung ist, wo man am Wochenende zurück zu seiner Familie fahren kann, dann glaube ich, dass das alles Dinge sind, die einem dabei helfen, seine Kreativität und seine Produktivität bis zum Maximum auszuschöpfen." Ludwig von Bayern

Mourine Apuu hat jetzt einen Onlineshop eröffnet, in dem sie Schmuck aus der Turkana verkauft, und sie verdient damit Geld. Grace, das Waisenkind, hofft auf einen Platz in der neuen Schule des Prinzen. Dessen Konzept scheint aufzugehen: Den Menschen Chancen in ihrer Heimat zu bieten, damit sie bleiben.

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