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Biennale: Bambergerin Maria Eichhorn bespielt Deutschen Pavillon | BR24

© Jens Ziehe/Deutscher Pavillon auf der Biennale in Venedig/dpa
Bildrechte: Jens Ziehe/Deutscher Pavillon auf der Biennale in Venedig/dpa

Maria Eichhorn wird 2022 im Deutschen Pavillon auf der 59. Biennale in Venedig ausstellen

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    Biennale: Bambergerin Maria Eichhorn bespielt Deutschen Pavillon

    "Eichhorn ist genau die Künstlerin, die ich schon immer im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig sehen wollte", heißt es von Kurator Yilmaz Dziewior. Die 58-Jährige ist für ihre Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte bekannt.

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    • BR24 Kultur

    Eichhorn erregte zuletzt 2017 einiges an Aufsehen – auf der documenta 14 in Kassel war das, mit einer Installation mit illegal beschlagnahmten (also: geraubten) Büchern aus dem Besitz deutscher Jüdinnen und Juden.

    Unter anderem dieser Arbeit wegen wird Yilmaz Dziewior sie wohl auch nach Venedig holen. "Meiner Meinung nach", sagt der Kurator des Deutschen Pavillons, "gibt es nur wenige künstlerische Positionen, die sich ähnlich vielfältig und intensiv mit der deutschen Geschichte und deren Auswirkungen auf die Gegenwart beschäftigen." Eichhorn sei für ihre konzeptuelle Vorgehensweise ebenso bekannt wie für ihren feinsinnigen Humor.

    "Ich bin aber auch ganz grundsätzlich ein Fan von ihr", sagt Dziewior. "Ihre Arbeiten bringen die Dinge auf den Punkt, und gleichzeitig sehen sie sehr gut aus. Sie sind in ihrer Klarheit oft von einer Härte und Einprägsamkeit, dass man denkt: Wow!"

    Maria Eichhorn wurde 1962 in Bamberg geboren, ging zum Kunststudium nach Berlin und lebt nun dort. Sie gilt als international viel beachtete Künstlerin. Die documenta im Jahr 2017 war nicht ihre erste, schon 2002 war sie dort vertreten. Damals gründete sie eine Aktiengesellschaft, die ihr Kapital nicht vermehren durfte – eine pfiffige Kunstaktion.

    Gerhard Richter, Joseph Beuys - und nun Maria Eichhorn

    Auch in Venedig ist die 58-jährige Eichhorn kein Neuling – Arbeiten von ihr waren dort schon 2015 zu sehen, allerdings nicht im Deutschen Pavillon. Der Bau mit seiner NS-Architektur gilt als nicht ganz einfach zu bespielen. Vor Eichhorn haben sich schon Künstler wie Gerhard Richter (1972), Joseph Beuys (1976), Hans Haacke (1993), Rosemarie Trockel (1999), Isa Genzken (2007) und Christoph Schlingensief (2011) an ihm abgearbeitet.

    © Boris Roessler/dpa
    Bildrechte: Boris Roessler/dpa

    Diese Arbeit erregte Aufsehen: Maria Eichhorns Installation mit illegal beschlagnahmten Büchern deutscher Jüdinnen und Juden auf der documenta 14

    Schlingensief baute eine "Kirche der Angst" in den bombastischen Raum und bekam dafür 2011 posthum den Goldenen Löwen. 2017 gewann Anne Imhof den Preis: Sie setzte zwei Dobermänner in einen Zwinger, Darsteller bewegten sich wie Zombies zu dröhnenden Sounds durch den Raum.

    Die nächste Biennale beginnt im April 2022 – hoffentlich

    Die Biennale in Venedig präsentiert alle zwei Jahre die neuesten, besten, umstrittensten Entwicklungen der Gegenwartskunst. Sie sollte eigentlich in diesem Sommer stattfinden, wurde wegen der Corona-Pandemie aber auf den nächsten Frühling verschoben. Zur dann 59. Auflage sollen ab dem 22. April 2022 wieder tausende Besucherinnen und Besucher nach Venedig strömen.

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