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Was in Bayerns Bibliotheken geht – und was nicht | BR24

© Markus Konvalin/ BR

Universitätsbibliothek Bamberg: Seit dem 16. 12. sind dort bis auf weiteres nur noch Online-Dienste verfügbar

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    Was in Bayerns Bibliotheken geht – und was nicht

    Wer jetzt kein Buch hat, bekommt keines mehr – zumindest nicht ausgeliehen, so sieht es in Bayern derzeit aus. Bibliotheken sind genau wie Buchläden geschlossen, manche Stadt- und Unibibliotheken bieten aber Online-Services an. Eine Übersicht.

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    Von
    • Iris Buchheim

    Wer gerade in Bayern seine Bachelor-, Master-, Doktor- oder Diplomarbeit beenden will und noch was nachlesen oder auch nur seine Literaturangaben ergänzen muss, der bekommt seit Mitte Dezember in Bayern Stress. So viel Zeit zum Lesen die Pandemie für viele von uns mit sich bringt, so schwer wird's uns gemacht, an Lesestoff zu kommen – es sei denn, wir haben Geld genug, alles im Online-Handel zu kaufen. Denn jegliche Ausleihe vor Ort und analoge Nutzung von Lesesälen ist untersagt, in Stadtbibliotheken genauso wie in Unibibliotheken, allen Fachbibliotheken und der Staatsbibliothek.

    Bayern besonders streng

    Trotz des bundesweit seit dem 16. Dezember geltenden "harten Lockdowns" herrschen nicht in allen Ländern derart rigide Verbote. In Berlin sind sogar die Buchhandlungen nach wie vor offen und der Leihbetrieb in Bibliotheken verfügbar. Präsenznutzung von Bibliotheken ist zwar überall untersagt, aber für Prüflinge etwa gibt es zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen Ausnahmen: Bibliotheken dürfen dort noch Ausleihen zur Bearbeitung und Vorbereitung von termingebundenen Prüfungsleistungen ermöglichen, heißt es auf dem Landesportal NRW. Und die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf erlaubt sogar den Mitarbeitenden der dortigen Heinrich-Heine-Universität zur Unterstützung der Lehre den vorübergehenden Zugang zu sonst nicht ausleihbaren Beständen der Verbundbibliothek.

    In Baden-Württemberg ist jeder direkte Kundenkontakt untersagt, es gibt also keinen Abholservice für Nutzer und Nutzerinnen. Aber es wird wenigstens ein Lieferservice für vorbestellte Medien angeboten.

    © dpa-Bildfunk

    Neue Stadtbücherei Augsburg

    Verlängerte Rückgabefristen und erweitertes digitales Angebot

    Die Aufstellung der größten bayerischen Bibliotheken (siehe unten) zeigt: "Click & Collect" – online bestellen und abholen – ist in allen öffentlichen Bibliotheken Bayerns seit Mitte Dezember untersagt. Aber in einigen Aspekten kommen die Bibliotheken den Nutzerinnen entgegen: Trotz der Möglichkeit der kontaktlosen Bücher- und Medienrückgabe verlängert etwa die Stadtbücherei Augsburg die Ausleihfristen automatisch bis zu zwei Wochen über das geplante Ende des Lockdowns hinaus, viele weitere Bibliotheken gehen ähnlich vor, die Münchner Stadtbibliotheken verlängern sogar automatisch bis vier Wochen nach Wiedereröffnung. Einen Bringservice bieten lediglich die Stadtbücherei Ingolstadt und, eingeschränkt, die Universitätsbibliothek Eichstätt-Ingolstadt sowie die Stadtbibliothek Erlangen an.

    Viele bayerische Bibliotheken erweitern jedoch ihre digitalen Angebote spürbar: Die Münchner Stadtbibliothek etwa bietet in den Pandemiezeiten auch neuen Nutzerinnen und Nutzern ein dreimonatiges kostenloses Digital-Abo an, mit dem sie Zugang zu eBooks, Hörbüchern, zu Fortbildungskursen und vielem mehr bekommen.

    Auch die Bayerische Staatsbibliothek und die Universitätsbibliotheken zum Beispiel in Bamberg haben vorübergehend ihre Zulassungsverfahren gelockert, damit auch Studienanfänger und neue Nutzerinnen auf ihre digitalen Datenbanken und nicht frei zugängliche E-Medien-Angebote zugreifen zu können.

    Ganz so schlecht sieht es also auch in Bayern mit der Beschaffung des Lesestoffs nicht aus, es ist nur – wie alles im Augenblick – deutlich umständlicher.

    Bibliotheken in den größeren bayerischen Städten im Überblick

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