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Bewahrung der Schöpfung: Kirchen für UN-Agenda 2030 | BR24

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"Waking the Giant" - mit dieser Initiative möchten die Kirchen einen "Riesen" wecken: Der Hunger soll ein Ende finden, Gerechtigkeit soll hergestellt und die Erde vor Umweltzerstörung bewahrt werden. Und das alles bis 2030.

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Bewahrung der Schöpfung: Kirchen für UN-Agenda 2030

"Waking the Giant" – mit dieser Initiative möchten die Kirchen einen "Riesen" wecken: Der extreme Hunger soll ein Ende finden, Gerechtigkeit soll hergestellt und die Erde vor Umweltzerstörung bewahrt werden. Und das alles bis 2030.

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Im September 2015 verabschiedeten die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen einstimmig die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Seither verfolgt die Weltgemeinschaft 17 Ziele für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung. Die 17 Ziele gelten für alle Länder gleichermaßen und umfassen Themen wie eine Welt ohne Armut und Hunger, den Planeten schützen und natürliche Lebensgrundlagen bewahren und Wohlstand für alle fördern.

Initiative der Kirchen: "Waking the Giant"

Schon lange arbeiten kirchliche Akteure an der Umsetzung der Agenda mit, ohne von der globalen Bedeutung ihres Tuns zu wissen, hat Dorcas Parsalaw, Juristin aus Tansania und Studienleiterin für "Nachhaltigkeitsziele in kirchlichem Kontext" bei Mission EinWelt, festgestellt. Sie engagieren sich für den Klimaschutz, helfen, die medizinische Versorgung und Prävention zu verbessern, versuchen den Hunger zu mindern, ermuntern zu nachhaltigem Konsum und fördern faire Arbeitsbedingungen.

Nicht zuletzt deshalb startete der Lutherische Weltbund im Oktober 2018 seine Initiative "Waking the Giant". Der Name lässt Großes erahnen, immerhin soll ein Riese geweckt werden. Weltweit will diese Initiative Kirchen mobilisieren, vernetzen oder Schulungen anbieten, mit deren Hilfe sie ihre Arbeit einem oder mehreren der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung zuordnen können. Aktuell wird die Initiative in vier Ländern praktisch umgesetzt: In Kolumbien, Liberia, Tansania und den Vereinigten Staaten von Amerika.

"Geliehen ist der Stern auf dem wir leben"

Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) positioniert sich 2018 mit dem Impulspapier "Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben. Die Agenda 2030 als Herausforderung für die Kirchen". Darin heißt es, die von der UN verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele deckten sich mit den Anliegen des Konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung und nähmen die Schwächsten in den Blick.

Auch das Bayerische Missionswerk Mission EineWelt ist Partner von "Waking the Giant". Dorcas Parsalaw arbeitet dort als Studienleiterin für "Nachhaltigkeitsziele in kirchlichem Kontext" und sieht es als ihre Aufgabe an, in Bayern dazu beizutragen, den Riesen zu wecken.

"Die Agenda 2030 ist ganz anders als die Agenda, die vorher existiert hat, nämlich die Millennium Development Goals. Diese Agenda hatte den Fokus auf die sogenannten Entwicklungsländer. Aber für die Umsetzung der Agenda 2030 tragen alle Länder Verantwortung. Das heißt, alle Länder sollen mit einbezogen werden in dieses Engagement, etwas Gutes für die Menschheit und für die Umwelt zu tun. Denn man hat gemerkt, das ist eine Herausforderung, die uns alle angeht und nicht nur bestimmte Länder und andere nicht." Dorcas Parsalaw, Mission EineWelt

Mehr zum Thema in STATIONEN am Mittwoch, 18. November 2020 im BR-Fernsehen und in der BR-Mediathek.