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Besuch von Kirche und Gottesdienst: Das ist Weihnachten erlaubt | BR24

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Bildrechte: picture alliance / dpa | Felix Hörhager

Die Figur eines Christkindes liegt in München-Neuaubing in der katholischen Kirche St. Konrad. (Archivbild 2014)

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    Besuch von Kirche und Gottesdienst: Das ist Weihnachten erlaubt

    Deutschland geht in den harten Corona-Lockdown. Gottesdienste an Weihnachten sollen in Bayern aber erlaubt bleiben, so Ministerpräsident Söder. Gleichzeitig gilt auch hier die Ausgangssperre ab 21 Uhr. Bischöfe kämpfen um die Christmette.

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    Von
    • Martin Jarde

    Trotz des am Sonntag verkündeten strengen Corona-Lockdowns ab Mittwoch bleiben Gottesdienste auch über Weihnachten weiter möglich. Allerdings müssten die dafür geltenden Hygiene-Bestimmungen in den Kirchen strikt eingehalten werden, mahnte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der Sitzung mit den Ministerpräsidenten.

    Söder: Weihnachten das emotionalste Fest der Bayern

    Bereits Anfang Dezember hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kleine Lockerungen für Weihnachten in Aussicht gestellt. Weihnachten sei ein Sonderfall, es sei das "Fest der Familie" und das "emotionalste Fest der Deutschen und der Bayern", argumentierte Söder.

    Ausgangssperre auch an Feiertagen: Christmette vorverlegt

    Allerdings sollen Kirchgänger in Bayern auch an Weihnachten nicht nach 21 Uhr auf Bayerns Straßen unterwegs sein. Die nächtliche Ausgangssperre werde trotz der Feiertage nicht aufgehoben, sagte Söder. Es wäre gut, wenn die Gottesdienste so geplant würden, "dass die Menschen um 21 Uhr wieder zu Hause sein könnten", sagte Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) am Montag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Wobei Ministerpräsident Söder betonte, wenn man erst um 21.01 Uhr oder um 21.15 Uhr zu Hause sei, dann würden Kontrollen "mit Augenmaß" stattfinden.

    Katholische Bischöfe erbitten Ausnahme

    Die katholischen bayerischen Bischöfe äußerten sich in einer schriftlichen Stellungnahme allerdings enttäuscht: "Da die Vorbereitungen der Haupt- und Ehrenamtlichen weitgehend abgeschlossen, strenge Hygienekonzepte entwickelt, persönliche Platzkarten (ggf. auch fälschungssicher) ausgegeben sind und das Gottesdienstangebot über den ganzen Nachmittag und Abend erheblich erweitert und somit entzerrt ist, trifft die Ausgangssperre ab 21.00 Uhr alle Beteiligten hart." Sie fordern, für den Besuch der Gottesdienste an Heiligabend eine einzige Ausnahme bei der Ausgangssperre zu machen.

    Die zeitliche Ausweitung der Gottesdienste über den ganzen Abend würde das Infektionsrisiko nach Auffassung der Bischöfe mindern im Gegensatz zu einer Verdichtung in der Zeit vor 19.30 Uhr. Der Besuch der Christmette trägt zudem mit der religiösen Stärkung erheblich zur seelischen Gesundheit und Stabilisierung der Menschen in dieser Krisenzeit bei, so die Bischöfe. Sie sind sich einig, "dass am Heiligen Abend so viele Gottesdienste wie möglich gefeiert werden sollen".

    Eine Antwort der Staatsregierung steht noch aus.

    In der Kirche gilt: Maskenpflicht, Mindestabstand, Gesangsverbot

    Wer an den Weihnachtstagen einen Gottesdienst besuchen will, muss sich generell auf strenge Regeln einstellen. Neben durchgehender Maskenpflicht - auch am Platz -, Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern und Gesangsverbot ist in einigen Kirchengemeinden zudem eine Anmeldung nötig.

    Christian Kopp, Regionalbischof der Evangelischen Kirche für München und Oberbayern, sieht dennoch keinen Grund, prinzipiell von Gottesdienstbesuchen an den Feiertagen abzuraten. Kopp kündigte im Bayerischen Rundfunk an, man werde an Heilig Abend viel im Freien machen. Die Kirchengemeinden böten verschiedene Formate an - selbstverständlich unter Einhaltung aller Corona-Regeln.

    Bedford-Strohm: Weihnachten als Kraftquelle in schwerer Zeit

    Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagte in einer Stellungnahme: "Im Lichte dieser bewährten Schutzmaßnahmen ist das Feiern dieser Gottesdienste auch zu verantworten Aber:

    „Der große gemeinsame Wille zur Eindämmung des Virus ist in diesem Jahr Teil des Weihnachtsfestes und seiner Botschaft.“ Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

    Auch wenn es schmerzlich sei, „nehmen wir es hin und sehen es als Teil einer großen Kraftanstrengung, in der wir alle zusammenhelfen, um auf die Herausforderungen der Pandemie mit wirksamen Mitteln verantwortlich zu reagieren“, so Heinrich Bedford-Strohm.

    Angst vor Corona? Mönche bieten Weihnachtspaket an

    Die im unterfränkischen gelegene Abtei Münsterschwarzach denkt an diejenigen, die aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus an Weihnachten lieber den Gottesdienst meiden. Sie bietet ein Weihnachtspaket an: Enthalten sind ein Bronze-Engel aus der Klostergoldschmiede, ein Speckstein-Stern und ein liturgisches Heft für Andachten in den eigenen vier Wänden.

    "Beginnend mit Donnerstag, 17. Dezember, sind darin Gebete, Bibeltexte und Betrachtungen aufgeführt, mit denen ein Hausgottesdienst im Familienkreis gefeiert werden kann", teilte die Abtei mit. Auch andere Kirchengemeinden in Bayern bieten derartige Ideen an.

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