BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Besinnliches "Home-Christmas": Weihnachten feiern im Corona-Jahr | BR24

© dpa-Bildfunk/Jenko Ataman
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Jenko Ataman

Dieses Jahr wird Weihnachten wohl viel besinnlicher als sonst. Manche sehen darin eine große Chance.

26
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Besinnliches "Home-Christmas": Weihnachten feiern im Corona-Jahr

In einem Monat ist Heiligabend. Am Mittwoch sprechen Merkel und die Ministerpräsidenten über eine Verlängerung des Teil-Lockdowns. Trüben die Aussichten die Vorfreude auf das Familienfest?

26
Per Mail sharen
Von
  • Marlene Mengue
  • BR24 Redaktion

Dass Weihnachten in Zeiten von Corona irgendwie anders sein wird, da sind sich in der Münchner Fußgängerzone alle einig. Wie eine kleine BR-Umfrage zeigt, wollen sich die Menschen das Fest nicht vermiesen lassen, aber traurig sind sie trotzdem, weil nicht die ganze Familie zusammenkommen darf oder die geliebten Weihnachtsmärkte dieses Jahr wohl komplett ausfallen. "Ein Jahr wird es wohl ohne Märkte gehen", meint eine Frau. Und ein anderer Passant sagt: "Selbstverständlich freue ich mich auf Weihnachten."

Theologe Küstenmacher rät zum "Home-Christmas"

Der evangelische Theologe und Buchautor Werner Küstenmacher stellt sich auf ein ruhiges Weihnachten im kleinen Kreis ein. Sein Ratschlag: Die Leute sollen sich jetzt schon ein Bild machen, wer an Heiligabend da ist. Und sich fragen: Wie ziehen wir das durch? Melden wir uns an für einen Weihnachtsgottesdienst?

"Ich habe gemerkt, die Kirchen machen ganz originelle Weihnachtsgottesdienste, aber da muss man sich auf jeden Fall vorher anmelden", sagt Küstenmacher. Eine Alternative wäre dem Theologen zufolge in Zeiten des "Home-Office" das "Home-Christmas". Denn eine Art Weihnachtsgottesdienst könne man auch selber im heimischen Wohnzimmer auf die Beine stellen. Wesentlich sei die Weihnachtsgeschichte: "Und wenn man keine Bibel hat, muss man nur die Worte 'es begab sich aber' bei Google eingeben, dann kommt man auf jeden Fall auf den Text." Anschließend könne man die Klassiker singen.

© Audio: BR / Bild: Uwe Zucchi/ dpa/ picture alliance
Bildrechte: Uwe Zucchi/ dpa/ picture alliance

Durch die Corona-Pandemie ist alles anders. Schon im Spätsommer machen sich Kirchenverantwortliche Gedanken über Weihnachten und überlegen sich Notfallszenarien, wie Gottesdienste gefeiert werden können.

Passant in Fußgängerzone: Einfach mal runterkommen

Auf keinen Fall sollten die Feiernden das Fest in diesem Jahr mit denen der vergangenen Jahre vergleichen, findet Küstenmacher. Auf diese Weise bestehe die Chance, dass nicht "alles so wie immer" sein müsse, sondern dass auch mal ganz neue Traditionen entstehen könnten.

Offen für Weihnachtsinnovationen ist etwa Klaus Nussbaumer. In der Münchner Fußgängerzone erzählt er, dass er mit seiner Familie an Weihnachten bisher immer viele Verwandte besucht hat: "Da haben wir einen dritten Weihnachtsfeiertag gebraucht, um alles unterzubekommen."

Dieses Jahr werde es dagegen besinnlich, sagt Nussbauer. Nur er, seine Frau und die beiden kleinen Töchter: "Unterm Christbaum, das ist das Allerschönste. Ein bisschen Geschenke gibt es. Es wird ganz gemütlich, besinnlich ruhig."

Eigentlicher Sinn von Weihnachten: Sich auf Christi Geburt besinnen

Auch der 47-jährige Steffen Müller freut sich auf Weihnachten. Er will sich dieses Jahr besonders auf den eigentlichen Grund besinnen, weshalb wir Weihnachten feiern: Christi Geburt.

"Die meisten Leute vor Weihnachten sind ja wahnsinnig geschäftig, das ist ja brutal, mega Stress", sagt er. "Und das wird dieses Jahr schon ein bisschen anders sein, da hat man schon die Möglichkeit zu überlegen, was feiern wir denn, was ist eigentlich wichtig im Leben, also wie in jeder Krise steckt da eine gewisse Chance darin."

Was tun, um Ansteckung mit Corona zu verhindern?

Aber: Die Angst vor der Ansteckung wird dieses Jahr einige Familien beschäftigen, fürchtet der Theologe Werner Küstenmacher. Vor allem um die Älteren machten sich viele Sorgen. Man wolle sie an Heiligabend nicht alleine lassen, gleichzeitig aber auch nicht anstecken. Ein schwieriges Thema, das in der Familie nicht so leicht zu besprechen sei. Küstenmacher rät zur Zurückhaltung. Die Impfung gegen das Coronavirus sei schon in Sicht. "In unserer Verwandtschaft machen wir das auch so: Alle alten Menschen bleiben an Weihnachten alleine", berichtet der Theologe. "Sie werden versorgt - über Telefon, WhatsApp, Geschenke. Die Gefahr, sich das Coronavirus zu holen, ist einfach zu groß."

Familienvater kämpfte selbst mit Corona

Der Familienvater Klaus Nussbaumer, der normalerweise seine Verwandtschaft abklappert, sieht es ähnlich. Gesundheit gehe vor Geselligkeit. Er selbst war an Corona erkrankt, hatte aber einen ganz leichten Verlauf. "Ich bin im Moment gerade ziemlich safe, aber ich will das niemand anderem antun", sagt er. Deswegen ist er dieses Jahr besonders vorsichtig. Und nächstes Jahr sei ja schließlich wieder Weihnachten.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!