BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Berliner Intendant Barrie Kosky ist "Regisseur des Jahres" | BR24

© dpa

Barrie Kosky

Per Mail sharen

    Berliner Intendant Barrie Kosky ist "Regisseur des Jahres"

    Im Hauptberuf leitet er die Komische Oper Berlin, die vor allem mit wegweisenden Musical- und Operetten-Premieren Schlagzeilen machte. Doch ausgezeichnet wurde Barrie Kosky für seine düstere "Macbeth"-Inszenierung in Zürich. Von Peter Jungblut.

    Per Mail sharen

    Als "grausig-grandioser Horror-Trip" wurde Koskys "Macbeth" von Kritikern bei der Premiere im vergangenen April bezeichnet. Ohnehin gilt die Schottland-Oper als eines der finstersten Werke von Giuseppe Verdi, voll schwarzer Magie, tiefenpsychologischer Abgründe und Nebeleffekte. Der gebürtige Australier Barrie Kosky, dessen jüdische Vorfahren aus Osteuropa stammen, zeigte sich in den letzten Jahren immer wieder als erstaunlich flexibler Regisseur, der anders als die meisten seiner Berufskollegen keinen sofort wieder erkennbaren, erwartbaren "Stil" pflegt.

    Aktuell, frech, zeitgemäß

    Kosky (Jahrgang 1967) arbeitete zunächst in Melbourne, Sydney und Adelaide, wechselte 2001 ans Wiener Schauspielhaus und profiliert sich seit der Spielzeit 2012/13 als Intendant der Komischen Oper Berlin insbesondere mit der Wiederentdeckung des Unterhaltungstheaters der Weimarer Republik, das von jüdischen Künstlern geprägt war, die nach der Machtergreifung der Nazis 1933 emigrieren mussten, verfolgt und ermordet wurden. Die moderne, großstädtische Operetten-Tradition riss ab und geriet in Vergessenheit.

    "Perlen der Cleopatra"

    Kosky ist es ein besonderes Anliegen, die damaligen Erfolgs-Stücke vom Muff der Nachkriegszeit zu befreien und sie wieder so aktuell, frech und zeitgemäß zu präsentieren, wie sie einst gedacht waren. Im kommenden Dezember inszeniert er "Die Perlen der Cleopatra" von Oscar Straus aus dem Jahr 1923, bleibt der Epoche der Weimarer Republik also treu. Im April 2017 bringt Kosky den selten gespielten "Jahrmarkt von Sorotschinzi" von Modest Mussorgsky auf die Bühne.

    Kirill Petrenko abermals ausgezeichnet

    Zur «Aufführung des Jahres» kürten die Kritiker Karlheinz Stockhausens «Donnerstag aus "Licht"» am Theater Basel. Für die Rolle des Wozzeck in Alban Bergs Oper (Zürich) wurde der Bariton Christian Gerhaher zum «Sänger des Jahres» gewählt. Die französisch-dänische Sopranistin Elsa Dreisig, ist «Nachwuchskünstlerin des Jahres». «Orchester des Jahres» ist zum dritten Mal in Folge das Bayerische Staatsorchester mit Chefdirigent Kirill Petrenko. Für "Ärgernisse des Jahres" sorgten die Dauerbaustellen der Opernhäuser in Berlin und Köln.