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Berggottesdienste ermutigen Urlauber in Corona-Zeiten | BR24

© picture alliance / Loop Images

Gipfelkreuz auf dem Rauschberg

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    Berggottesdienste ermutigen Urlauber in Corona-Zeiten

    Am spanischen Strand in der Sonne liegen? In Pandemie-Zeiten schrecken viele davor zurück und machen Urlaub daheim. Pastor Detlef Schwartz macht die Urlaubs-Seelsorge in Ruhpolding und hat daher alle Hände voll zu tun.

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    Von
    • Lisa Müller

    Der Rauschberg hängt in dichten grauen Wolken. Vom Gipfelkreuz lassen sich nur die goldenen Enden erahnen. Doch der Klang der Alphörner lockt immer mehr Wanderer in Regenkleidung zur Bergstation. Pfarrer Detlef Schwartz nickt den Neuankömmlingen freundlich zu. Unter seinem Talar spitzen Trekking-Schuhe hervor, in der Hand hält er eine Bibel im Taschenformat.

    Berggottesdienst statt Strandurlaub

    Zur Ruhe kommen und neue Energie tanken, das nehmen sich viele für den Urlaub vor, gerade auch in Corona-Zeiten. Das Liegen am Strand fällt heuer für viele flach, als Alternative verbringen sie ihre freie Zeit in Bayern.

    Für die Urlaubsgäste im oberbayerischen Ruhpolding gestaltet der evangelische Urlaubs-Seelsorger Detlef Schwartz sechs Wochen lang ein eigenes Gottesdienst-Programm. Eines der Highlights: Der Gottesdienst auf dem Rauschberg.

    Am Berg predigt die Natur

    Normalerweise finden Schwartz' Gottesdienste im Freien statt. Heute macht das Wetter dem gebürtigen Wilhelmshavener einen Strich durch die Rechnung. Gottesdienst in der Bergstation statt auf dem Gipfel. Trotzdem ist die Atmosphäre eine ganz besondere, meint der Pastor, "weil Menschen eine ganz andere Verbindung zur Natur haben, hier oben."

    "[Es ist] anders als in einer Kirche, wo ja auch der Raum predigt. Hier predigt die Natur." Pfarrer Detlef Schwartz

    Weniger Corona-Regeln bei Berggottesdiensten

    Auch die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass das Gottesdienstfeiern im Freien einen ganz eigenen Reiz bekommt. Zugewiesene Plätze, eingeschränktes Musizieren, maximal 100 Gläubige in einem Raum, all diese Regeln fallen hier weg. "Dadurch ist die Atmosphäre einfach lockerer", sagt Schwartz. "Und man entfernt sich in der Tat nicht nur vom Alltag, sondern man entfernt sich auch ein Stück weit von den üblichen Beschränkungen, die wir aufgrund von Corona erleben."

    Andrang dieses Jahr größer

    Abstand muss natürlich trotzdem eingehalten werden. Das passiere aber ganz von selbst, meint Schwartz. Jede Gruppe suche sich ein anderes gemütliches Plätzchen zum Zuhören. Obwohl der Andrang größer ist als in den letzten Jahren, gibt es also kein Problem.

    Heute flüchten sich die meisten auf die überdachte Terrasse der Bergstation. Nieselregen und Wind lassen es Mitten im August unangenehm kalt werden. Extra wegen des Gottesdienstes kam heute kein Urlauber auf den Gipfel. Doch die Leute freuen sich über den unerwarteten Segen.

    Ermutigende Predigt in schwierigen Zeiten

    Auch wenn die Corona-Beschränkungen hier oben in den Hintergrund treten, Thema sind sie selbstverständlich trotzdem. Pfarrer Schwartz greift sie in seiner Predigt auf. Er möchte die Besucher, ob sie nun bewusst oder nur zufällig da sind, in ihrer Lebenswirklichkeit abholen und sie ermutigen.

    Sowohl für Pfarrer Schwartz als auch für die Feriengäste, die ohne die Pandemie womöglich am spanischen Strand liegen würden, ist dieser Sommer eine Herausforderung. Umso wichtiger scheinen deshalb die menschlichen Begegnungen, die hier oben auf dem Rauschberg stattfinden.

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