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Beim ersten fränkischen Woodstock wird richtig geklotzt | BR24

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Beim ersten fränkischen Woodstock wird richtig geklotzt

Man nehme: Eine musikalische Mundart, eine Landschaft voller Streuobstwiesen und geistreich-lustvolle Dialektkünstler: Fertig ist das Fränkische Mundart-Festival Burgbernheim. Doch vor den Erfolg hatte der Herr den Schweiß gesetzt. Von Roland Biswurm

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Burgbernheim, 3.000 Einwohner. Hier gibt es seit gestern fränkischen Heimatsound.

"Mir war klar, dass mer gleich zu Anfang richtig klotzen muss mit drei Bühnen an zwei Tagen und darauf alles präsentieren, quer durch den Obstgarten. Also bekannte Profis, Amateure, Chöre, Liedermacher, Kerwa-Burschen, Kabarett, Theater, Literatur, Volkskultur. Die Idee war, zu sagen: Der Dialekt ist das Typischste an Franken überhaupt und insofern Ausdruck unserer Individualität und Identität." Helmut Haberkamm

Eine der Entdeckungen ist der Steigerwälder Schreinermeister Johann Müller. Zwei CDs hat er schon selbst produziert mit selbst-gezimmerten Liedern, die wahrlich nicht hinterm Berg halten mit frechen, aufmüpfigen Anspielungen und herzerweichenden Bekenntnissen zu Werten wie Familie oder Heimat.

"Im Steigerwald stoßen alle drei Franken aneinander. Ich bin direkt am Frankenstein: unterfränkisch, mittel- und oberfränkisch. Und das Schöne an dieser Gegend - dass sie recht verschlafen, aber unverstellt und authentisch geblieben ist." Johann Müller

Und da ist Matthias Egerstörfer, der Kabarettist aus Versehen, weil nix anderes hat werden wollen aus ihm, hat sich da eingemischt, aus Trotz und Widerwillen und überhaupt: Diese Visage und dann dieser Grant, den er ungehemmt ins vollbesetzte Festzelt hinausbrüllt und alle lachen - nur er nicht.

"Der Egerstörfer macht sich halt so seine Gedanken über die Welt. Dann liest er Zeitung und versucht sich einen Reim daraus zu machen. Dann fährt er U-Bahn und versteht wieder bloß die Hälfte. Und dann sinniert er. Und dann bricht eh alles z'samm. Und dann geht alles wieder von vorn los." Matthias Egerstörfer

Ein großer Wurf, dieses „Edzerdla“. Heute noch mit Theater, Blues, Kabarett, Lyrik und Tanz aus Scheinfeld, Bayreuth, Bamberg, der Rhön. Und mit Fitzgerald Kusz aus Nermberch:

"Wo i a hikomm: D'Leut wünschen mir immer an scheene Doooch. Die traun si was." Fitzgerald Kusz