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Bayerns langjähriger Chef-Denkmalpfleger Michael Petzet ist tot | BR24

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Michael Petzet

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Bayerns langjähriger Chef-Denkmalpfleger Michael Petzet ist tot

Mehr als 20 Jahre lang war Michael Petzet in Bayern als Generalkonservator für den Denkmalschutz im Freistaat zuständig, auch international machte er sich einen Namen. Nun ist der Kunsthistoriker im Alter von 86 Jahren unerwartet gestorben.

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Von 1974 bis 1999 stand der promovierte Kunsthistoriker als Generalkonservator an der Spitze des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Zuvor arbeitete er in Museen und in der Schlösserverwaltung des Freistaats. International setzte er sich als Präsident des Deutschen Nationalkomitees des Internationalen Denkmalrats ICOMOS für die Pflege des Kulturerbes ein.

Regionale Traditionen bewahren

Michael Petzet war die regionale Prägung besonders wichtig, etwa von Bauweisen, die auch von Landschaften oder Materialien einer Region beeinflusst sind. Fränkische Dörfer oder Bauernhäuser zum Beispiel sehen ganz anders aus als alpenländische: "Die Denkmalpflege muss schauen, dass eine gewisse Tradition des Bauens gewahrt bleibt", so Petzet.

Mit seinen Schriften und Vorträgen habe sich Petzet um die "Prinzipienbildung der zeitgenössischen Denkmalpflege weltweit große Verdienste erworben", heißt es in einer Erklärung des Deutschen Nationalkomitees. "Als international anerkannter Experte in Welterbethemen war er ein gefragter Berater und Gutachter der UNESCO. Er gilt als Vordenker des präventiven Welterbemonitorings zur Vermeidung von Denkmalkonflikten und hat die ICOMOS-Reihe der Weltschadensberichte 'Heritage at Risk' begründet."

Arbeit für eine geduldige Institution

ICOMOS ist eine Berater-Organisation der UNESCO in Fragen des Schutzes von Welterbe. Dass die Vorstellungen von Welterbe-Schützern mit denen von Stadtentwicklern kollidieren können, war für Michael Petzet eine Alltagserfahrung. Im Zusammenhang mit der umstrittenen Waldschlößchenbrücke in Dresden verteidigte er die UNESCO, die die als Welterbe geführte Kulturlandschaft des Elbtals durch den Brückenbau empfindlich verletzt sah – und dem Tal den Welterbetitel 2009 schließlich aberkannte: "Die UNESCO ist eine sehr geduldige Institution", sagte Michael Petzet damals im Interview mit der FAZ. "Sie versucht immer zu helfen und zu vermitteln. Die Rote Liste ist ja nicht als Strafe gedacht, sondern soll unterstützend wirken."

Wie nun bekannt wurde, starb Michael Petzet am Mittwoch im Alter von 86 Jahren.

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