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Bayerische Kunstförderpreise 2019 für Literatur vergeben | BR24

© picture alliance/Ulrich BaumgartenAnbieter:picture alliance / Ulrich Baumgarten

Schriftstellerin Katharina Adler

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    Bayerische Kunstförderpreise 2019 für Literatur vergeben

    Zwei Frauen, zwei Männer, zweimal Prosa, zweimal Lyrik – und viermal München: Die Bayerischen Kunstförderpreise in der Sparte Literatur gehen in diesem Jahr an Katharina Adler, Tristan Marquardt, Benedikt Feiten und Nora Zapf.

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    Den Kunstförderpreis in der Sparte Literatur erhalten in diesem Jahr vier Münchner Schriftstellerinnen und Schriftsteller: Romanautorin Katharina Adler für ihren Roman "Ida", Romanautor Benedikt Feiten für seinen Roman "So oder so ist das Leben", Lyriker Tristan Marquardt für seinen Gedichtband "scrollen in tiefsee" und Lyrikerin Nora Zapf für ihren Gedichtband "homogloben".

    Mit den Preisen unterstütze man eine junge Generation von Autorinnen und Autoren, die Bayerns Literaturszene prägten, so Kunstminister Bern Sibler: "Ihr Engagement im literarischen Leben – aktiv, initiativ und vernetzend – trägt den Kulturstaat Bayern. Ihre Auseinandersetzung mit aktuellen und grundlegenden Themen sensibilisiert unsere Gesellschaft."

    Auszeichnung für Prosa und Lyrik

    Katharina Adler, geboren 1980 in München, lebt nach Stationen in Leipzig und Berlin heute wieder in der Stadt. Schon für ihren Debütroman "Ida" bekam sie viel Aufmerksamkeit. Eine Geschichte mit persönlichem und historischem Bezug: Ihre Urgroßmutter Ida Adler war eine der berühmtesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts, unter dem Namen "Dora" aus der Frühgeschichte der Psychoanalyse Sigmund Freuds bekannt. Ida brach ihre Behandlung bei Freud ab – und wurde mal als Opfer, mal als feministische Heldin gefeiert. Beides für die Urenkelin Katharina Adler zu schlichte Deutungsmuster. Ihr Buch zeichnet das Bild einer Frau mit Stärken und Schwächen, die um ein selbstbestimmtes Leben ringt. Und es überzeugte die Jury "durch seine erzählerische Wucht und professionelle Reife". "Ida" sei ein "virtuoser Roman, der in seiner kritischen Sicht auf Sigmund Freud Bestand haben wird", heißt es in der Begründung zum Kunstförderpreis.

    Ebenfalls Münchner ist Tristan Marquardt, geboren 1987. Er ist Mitgründer und Mitglied der Berliner Lyrikkollektivs G13, macht sich aber auch als Organisator von Festivals und Lesereihen für seine oft unterrepräsentierte Literaturgattung des Gedichts stark. Zuletzt beim Frankfurter Festival "Fokus Lyrik" und im September 2019 beim "Unabhängige Lesereihen Festival ULF", das in Nürnberg stattfinden wird. Ausgezeichnet wird Marquardt für seinen Gedichtband "scrollen in tiefsee", den die Jury als "eines der faszinierendsten Zeugnisse der poetischen Erkenntnistheorie der jungen europäischen Dichtergeneration" lobte.

    © Mario Steigerwald

    Lyriker Tristan Marquardt

    Bayerische Förderpreise unterstützen junge Künstler

    Den dritten Kunstförderpreis Literatur teilen sich der Autor Benedikt Feiten und die Lyrikerin Nora Zapf. Feiten wird für seinen zweiten Roman "So oder so ist das Leben" ausgezeichnet, der das "Lebensgefühl junger Erwachsener in einer Gesellschaft zwischen Selbstoptimierungswahn und Depression" einfange, wie die Jury befand. Feiten hatte im Frühjahr beim Bayern 2-Wortspiele-Preis aus dem Buch gelesen und war Tagessieger des zweiten Abends geworden. Auch die Münchner Lyrikerin Nora Zapf wird für das berüchtigt schwierige zweite Buch, den Gedichtband "homogloben", gefördert.

    Der Freistaat Bayern verleiht jedes Jahr bis zu 16 Kunstförderpreise zu je 6.000 Euro an Künstler unter 40 Jahre. Die Preise werden in unterschiedlichen Sparten vergeben: Bildende und darstellende Kunst, Musik und Literatur. Die Bewerber müssen von Akademien, Verlagen oder Theatern vorgeschlagen werden, die Auswahl trifft dann eine Jury. In diesem Jahr wurden bereits die Cellistin Raphaela Gromes, die Organistin Angela Metzger sowie das "Verworner Krause Kammerorchester (VKKO)" und der Tänzer Alexsandro Akapohi als Preisträger Musik und Tanz benannt.

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