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Erste Sitzung des Bayerischen Ethikrats: Das sind seine Aufgaben | BR24

© BR / Johannes Reichart

Zum ersten Mal tagt heute der Bayerische Ethikrat unter Vorsitz der früheren Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. Er soll sich zu ethischen Themen wie Pflege, Nachhaltigkeit oder Künstlicher Intelligenz äußern und die Regierung beraten.

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Erste Sitzung des Bayerischen Ethikrats: Das sind seine Aufgaben

Zum ersten Mal tagt heute der Bayerische Ethikrat unter Vorsitz der früheren Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. Er soll sich zu ethischen Themen wie Pflege, Nachhaltigkeit oder Künstlicher Intelligenz äußern und die Regierung beraten.

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Von
  • Johannes Reichart
  • Markus Kaiser

Keine Diskussionen im Elfenbeinturm, sondern Fragestellungen nah an der Lebensrealität der Bürger sollen diskutiert werden. Das kündigte die frühere Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler schon im Vorfeld der ersten Tagung des Bayerischen Ethikrats an - und: der Rat sei unabhängig von der Regierung.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Werden Roboter in Zukunft in der Pflege zum Einsatz kommen? Wie kann nachhaltiges Wirtschaften mit Blick auf die Klimaerwärmung aussehen? Wie weit kann sich der Mensch auf Künstliche Intelligenz verlassen, etwa bei selbst fahrenden Autos? Mit Blick auf die Zukunft stehen viele ethische Fragen im Raum, die der Rat behandeln könnte. Natürlich wird auch der Umgang mit der Corona-Pandemie eine große Rolle spielen.

"Das ist ein spannendes Gremium, welches uns gute Anregungen für die politische Diskussion und grundsätzliche Fragen liefern kann", so Staatskanzleichef Florian Herrmann. Es sei vorgesehen, dass sich das Gremium vier Mal pro Jahr treffe. Die Entscheidung über die Sitzungen lägen aber beim bayerischen Ethikrat selbst, der sei schließlich unabhängig.

"Ich bin sehr glücklich, dass es diesen Ethikrat geben wird. Weil er noch einmal darauf hinweist, auf welchen Werten unser Gemeinwesen basiert und welche Werte es wert sind, dass man für sie kämpft." Susanne Breit-Keßler, Vorsitzende des Bayerischen Ethikrats

Ethikrat besteht zur Hälfte aus Frauen

Zur konstituierenden Sitzung des Bayerischen Ethikrates, die wegen Corona virtuell stattfinden wird, begrüßt Breit-Keßler 18 Mitglieder, neun Frauen und neun Männer - alles Personen, die auf besondere Weise mit Bayern verbunden sind, heißt es im Vorfeld. Neben evangelischen und katholischen Theologen, wie dem Augsburger Weihbischof Anton Losinger gehören auch ein jüdischer Rabbiner, Wirtschaftsethiker, Naturwissenschaftler und Ökonomen dem Gremium an.

So auch Ulrich Walter vom Lehrstuhl für Raumfahrttechnik der TU München und der Soziologe Armin Nassehi der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Mitarbeit ist ehrenamtlich, nur die Vorsitzende erhält eine monatliche Entschädigung von 1.000 Euro für die Mitarbeit. "Ich werde mich dafür stark machen, dass die Bevölkerung wahrnimmt, was wir tun und auch merkt, dass das eine Auswirkung auf unser Leben hat", sagt Susanne Breit-Keßler.

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