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Bayerischer Buchpreis geht an David Wagner | BR24

© BR/Marie Schoeß

David Wagner bekommt den Bayerischen Buchpreis 2019 für seinen Roman "Der vergessliche Riese". In der Kategorie Sachbuch gewann Jan-Werner Müller mit "Furcht und Freiheit. Für einen anderen Liberalismus".

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Bayerischer Buchpreis geht an David Wagner

David Wagner bekommt den Bayerischen Buchpreis 2019 für seinen Roman "Der vergessliche Riese". In der Kategorie Sachbuch gewann Jan-Werner Müller mit "Furcht und Freiheit. Für einen anderen Liberalismus".

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David Wagner erhält den Bayerischen Buchpreis 2019 für den Roman "Der vergessliche Riese". Der Sieger in der Kategorie Belletristik wurde am Donnerstagabend im Rahmen einer öffentlichen Jurysitzung in München ermittelt. Gewinner bei den Sachbüchern wurde "Furcht und Freiheit. Für einen anderen Liberalismus" von Jan-Werner Müller. Beide Auszeichnungen sind mit einem Preisgeld von je 10.000 Euro verbunden.

Ehrenpreis für Joachim Meyerhoff

Der undotierte Ehrenpreis ging an den Schauspieler, Regisseur und Autor Joachim Meyerhoff, der seit dieser Spielzeit zum Ensemble der Schaubühne Berlin gehört. Meyerhoff sei ein Multitalent und stehe für großes Lesevergnügen, hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Ehrenpreisträger vorab gewürdigt.

Öffentliche Jurysitzung

Eine Besonderheit des Buchpreises: Die Zuschauer können miterleben, wie die Juroren live auf der Bühne über die Neuerscheinungen des Jahres diskutieren, die nominiert wurden. Bei der Belletristik waren es neben Wagner in diesem Jahr "Levi" von Carmen Buttjer und "Propaganda" von Steffen Kopetzky. Zur Auswahl bei den Sachbüchern standen neben Müller "Die Gesellschaft des Zorns" von Cornelia Koppetsch und Dieter Thomäs Werk "Warum Demokratien Helden brauchen. Plädoyer für einen zeitgemäßen Heroismus".

Plagiatsvorwürfe gegen "Die Gesellschaft des Zorns"

Die öffentliche Jurysitzung begann allerdings mit einem Paukenschlag. Die Jury gab nämlich bekannt, dass gegen das nominierte Sachbuch von Cornelia Koppetsch Plagiatsvorwürfe gibt. Die Zitierweise soll nicht überall korrekt sein. Die Jury zog die Nominierung für den Bayerischen Buchpreis deshalb zurück.

"Ich habe den Sachverhalt recherchiert und herausgefunden: Es gibt ein schwebendes Verfahren über den Verdacht, dass gewisse Formulierungen nicht dem wissenschaftlichen Common entsprechen." Sandra Kegel, die Vorsitzende der Jury

Zuvor als "Buch der Stunde" gefeiert

Koppetschs Sachbuch wurde in diesem Sommer als "Buch der Stunde" gefeiert. Die Autorin sollte darin gefunden haben, was so dringend gesucht wird: strukturelle Gründe für den Zuspruch rechter Parteien. Vor allem aber sprach die Herangehensweise der Soziologin an. Koppetsch problematisiert die eigene Perspektive und fragt auch nach den Lügen des kosmopolitischen Milieus, nach den Lügen derer, die AfD-Wählern – so Koppetsch – "Persönlichkeitsdefizite" unterstellten und glaubten, damit den Rechtspopulismus erklärt zu haben.

Koppetsch räumt Fehler ein

Koppetsch selbst räumte gegenüber den Veranstaltern schriftlich ein, Quellen nicht immer korrekt ausgewiesen zu haben. Den umfassenden Vorwurf, ihr Buch weise eine zu große Nähe zu einem anderen Sachbuch auf, wies sie hingegen zurück. Die Jury betonte, sie könne über einen solchen Plagiatsvorwurf nicht urteilen.