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Die nominierten Romane

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    Bayerischer Buchpreis: Das sind die Nominierten

    Die Shortlist des Deutschen Buchpreises steht noch aus, aber die Nominierten des Bayerischen Buchpreises sind verkündet. Auf der Liste stehen u.a. Romane mit feministischer Sprengkraft, Erzählungen vom Leben als Außenseiter und, klar, die Liebe.

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    • BR24 Kultur

    Die Spielregeln des Bayerischen Buchpreises sind einfach, aber die Entscheidungsfindung ist oft ebenso trickreich wie vergnüglich – zumindest für Unbeteiligte. Wer gewinnt, diskutiert und entscheidet die Jury nämlich öffentlich, im Publikum: die nominierten Autorinnen und Autoren selbst sowie geladene Gäste. In diesem Jahr findet die Veranstaltung am 11. November 2021 in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz statt.

    Wie bereits in den vergangenen Jahren konkurrieren drei Sachbücher sowie drei Romane um den Bayerischen Buchpreis in der Kategorie "Belletristik" und "Sachbuch". "Unsere Kandidatinnen und Kandidaten haben Bücher über Aufbrüche und Umbrüche, Untergänge und Neuanfänge geschrieben, im Kleinen und im ganz Großen. Es ist eine Titelliste für bewegte Zeiten", so Jury-Vorsitzende Sonja Zekri.

    Die Nominierten in der Kategorie Belletristik

    "Hier wird Feminismus in all seinen Facetten ausgeleuchtet. Dabei spart Jovana Reisinger an Sarkasmus so wenig wie an Empathie für ihre ganz unterschiedlichen Frauenfiguren, deren Geschichten sie gekonnt verzahnt. Bestechend ihr Gespür für Dialoge und ihre präzise Beobachtungsgabe." (Begründung Juror Knut Cordsen)

    "Eine Liebe, die es nicht geben darf, zwischen einer 19-jährigen Schriftsetzerin und einem 34 Jahre älteren Schriftsteller. Jenny Erpenbeck erzählt raffiniert von einer Amour fou, die zu einem Machtkampf wird. Und von fünf Ost-Berliner Jahren, 1986 bis 1991, in denen ein Land untergeht und ein neues entstehen soll. Ein faszinierender Roman über die Schwierigkeit, richtige Entscheidungen zu treffen." (Begründung Juror Rainer Moritz)

    • Emine Sevgi Özdamar: Ein von Schatten begrenzter Raum (Suhrkamp)

    "Ein junge Schauspielerin packt ihren Koffer, verlässt die Türkei und reist ins geteilte Berlin. Ihre neue Heimat wird das Theater, die europäische Kultur, und, ja, irgendwann auch Deutschland. Emine Sevgi Özdamars Buch ist eine Kulturgeschichte des Kontinents, wie es noch keine gab – geschrieben aus der Perspektive einer Außenseiterin, die mitten drin ist." (Begründung Jurorin Sonja Zekri)

    Die Nominierten in der Kategorie Sachbuch

    • Philipp Sarasin: 1977. Eine kurze Geschichte der Gegenwart (Suhrkamp)

    "Dieses kulturhistorische Buch wirft einen äußerst erhellenden Blick auf eine gar nicht ferne Vergangenheit und ein Jahr, das für einen Strukturbruch steht. Wer unsere Zeit verstehen will, dem weist Philipp Sarasin viele Wege der Erkenntnis." (Begründung Juror Knut Cordsen)

    • Katajun Amirpur: Khomeini. Revolutionär des Islam. Eine Biographie (C.H. Beck)

    "Die Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur hat die erste deutschsprachige Biografie Ruholla Musavi Khomeinis geschrieben: über seinen Aufstieg als schiitischer Kleriker, seinen Triumph als Revolutionär, seine Grausamkeit, seine Liebe zur Lyrik. 'Khomeini' ist das kenntnisreiche und fesselnde Porträt eines charismatischen, bis heute schwer ergründbaren Fanatikers, dessen Wirkung bis in die Gegenwart reicht." (Begründung Jurorin Sonja Zekri)

    • Helge Hesse: Die Welt neu beginnen. Leben in Zeiten des Aufbruchs 1775 – 1799 (Reclam)

    "Ein Vierteljahrhundert, das die Welt radikal verändert. Ein Vierteljahrhundert der tiefgreifenden Aufbrüche und Umstürze in Politik, Naturwissenschaft, Technik und Philosophie. Helge Hesse lässt kenntnis- und anekdotenreich die Akteure jener Jahre – von Washington bis Wollstonecraft, von Rousseau bis zu den Brüdern Montgolfier – auftreten und zeigt so, wie revolutionäre Entwicklungen entstehen." (Begründung Juror Rainer Moritz)

    Entscheidung und Preisverleihung an einem Abend

    Jeweils 10.000 Euro sowie eine Trophäe aus Nymphenburger Porzellan erhalten die beiden Gewinner. Der Jury gehören in diesem Jahr Sonja Zekri, Redakteurin der Süddeutschen Zeitung, Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg, und Knut Cordsen, Kulturredakteur des Bayerischen Rundfunks, an, Zekri ist Juryvorsitzende. Dieselbe Runde hat auch schon Diskussion und Preisvergabe im vergangenen Jahr bestritten und dabei bewiesen, wie streitbar sie an die Sache herangeht.

    Ein Preisträger steht schon vorab fest: Frank Schätzing erhält in diesem Jahr den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten: "Frank Schätzing gelingt es, Wissenschaft und Science-Fiction dramaturgisch so zu verbinden, dass die Leser jede Seite geradezu verschlingen", so Markus Söder in seiner Begründung, in der er auch bekannte, ein "bekennender Fan" des Autors zu sein.

    In den vergangenen Jahren wurden Harald Lesch (2020), Joachim Meyerhoff (2019), Christoph Ransmayr (2018), Tomi Ungerer (2017), Ruth Klüger (2016), Cornelia Funke (2015) sowie Silvia Bovenschen (2014) mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

    Bayern 2 Publikumspreis

    Im Rahmen des Bayerischen Buchpreises wird 2021 auch zum zweiten Mal der Bayern 2 Publikumspreis verliehen. Wer diesen Preis gewinnt, entscheiden Hörerinnen und Hörer selbst – bei einer Online-Abstimmung im Vorfeld zur Preisverleihung. Die Nominierten dieser Kategorie werden am 07. Oktober verkündet.

    © Stefan Loeber
    Bildrechte: Stefan Loeber

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