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Bayerische Theater bleiben bis Ende Februar geschlossen | BR24

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Es war abzusehen: Beim Treffen zwischen Kunstminister Bernd Sibler und den Intendanten der Staatstheater wurde vereinbart, den Spielbetrieb vorerst nicht wieder aufzunehmen. Wie es ab März weitergeht, soll Mitte Februar beraten werden.

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Bayerische Theater bleiben bis Ende Februar geschlossen

Es war abzusehen: Beim Treffen zwischen Kunstminister Bernd Sibler und den Intendanten der Staatstheater wurde vereinbart, den Spielbetrieb vorerst nicht wieder aufzunehmen. Wie es ab März weitergeht, soll Mitte Februar beraten werden.

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Von
  • Peter Jungblut

Das Treffen war nach einer Stunde vorbei. Kein Wunder, es gab ja letztlich wenig Konkretes zu besprechen zwischen Kunstminister Bernd Sibler und den Intendanten der bayerischen Staatstheater. Eine Wiederöffnung der Bühnen erscheint durch die weiterhin sehr angespannte Pandemie-Lage vorerst undenkbar. Also wird es bis mindestens Ende Februar keine Vorstellungen geben, und ob es im März möglich sein wird, den Spielbetrieb wiederaufzunehmen, erscheint äußerst fraglich. Mitte Februar wollen die Beteiligten darüber abermals sprechen. In Berlin und Sachsen wurde jedenfalls bereits der April als frühester möglicher Zeitpunkt ins Auge gefasst.

"Die pandemische Lage und der Blick auf ein möglicherweise mutiertes Virus lässt uns im Moment leider keine andere Wahl", so Bernd Sibler gegenüber dem BR: "Es ist eine schmerzhafte, aber dennoch richtige Entscheidung. Wir werden weiterhin die Möglichkeit eines Probebetriebs aufrechterhalten und haben somit im kleinen Rahmen die Chance, den Theatern weiterhin die Chance auf eine mögliche Wiederöffnung zu erleichtern."

© Peter Jungblut/BR

Kunstminister Bernd Sibler

Im Vorfeld des Treffens hatten bayerische Theaterintendanten gegenüber dem BR bezweifelt, dass die Bühnen vor Ostern wieder öffnen können. Teilweise ist das aus technischen Gründen auch gar nicht möglich: In Nürnberg wird im dortigen Opernhaus zur Zeit der Brandschutz erneuert, die Arbeiten sollen erst im April beendet sein. In Augsburg und Coburg verwiesen die Intendanten auf die angespannte Pandemie-Lage, beteuerten jedoch, jederzeit den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können, wenn es die gesundheitspolitischen Vorgaben erlaubten. Gleichzeitig mahnten sie verlässliche Vorgaben an. So sei es allemal sinnvoller, eine Wiedereröffnung der Theater erst an Ostern ins Auge zu fassen, statt bis dahin wöchentlich neue Bedingungen zu diskutieren.

"Wie überstehen wir diese Zeit?"

Intendant André Bücker aus Augsburg im BR: "Wir sollen die Kontaktmöglichkeiten so rigoros wie nur möglich einschränken. Dafür habe ich durchaus auch Verständnis, dass wir diese Pandemie in den Griff bekommen, das Gesundheitssystem entlasten müssen. Das ist völlig klar, und da wollen wir auch unseren Beitrag dazu leisten. Andererseits müssen wir uns irgendwann noch mal neu sortieren, weil im Moment ist für die Häuser vor allem die Frage: Wie überstehen wir diese Zeit?"

© Hendrik Schmidt/Picture Alliance

André Bücker

Auch Berlin öffnet seine Bühnen frühestens Ostern

Auch der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) hatte nach einem Treffen mit Vertretern der örtlichen Bühnen kurzfristige Lockerungen ausgeschlossen: "Wir sind uns eigentlich ziemlich einig gewesen, dass bis Ostern hier in Berlin keine Bühne aufgemacht wird. Dazu braucht man nicht viel Fantasie", so der Politiker gegenüber dpa. Zur Begründung nannte Lederer die hohen Infektionszahlen in der Hauptstadt, im Übrigen sei erst Mitte nächster Woche klar, welche Auswirkungen die Feiertage auf das Infektionsgeschehen gehabt hätten. Auch die möglicherweise ansteckendere Virus-Mutation bereitete dem Politiker Sorgen: "Derzeit ist nicht die Zeit, ernsthaft darüber zu reden, was machen wir jetzt auf. Dann, wenn wieder was geht, dann muss Kultur dabei sein. Aber wann wieder was geht, darüber kann seriöserweise im Augenblick keiner eine ernsthafte Auskunft geben."

Semperoper bleibt ebenfalls zu

Die Dresdener Semperoper kündigte einen "Ersatzspielplan" für den Rest der Saison an. Er soll bis Juli gelten und zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Auch in Sachsen bleiben alle Staatstheater bis mindestens 31. März geschlossen. Opernchef Peter Theiler sagte, es sei ein "Gebot der Vernunft, sich gesellschaftlich verantwortungsvoll zu zeigen und als staatlicher Kulturbetrieb die Entscheidung solidarisch mitzutragen".

Dagegen hatte die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig in einer Pressemitteilung am vergangenen Mittwoch angekündigt, die Alte Oper und den Mousonturm in der Stadt schon ab Anfang März wieder für Veranstaltungen zu öffnen, wenn "das Infektionsgeschehen und die jeweils aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen" dies zuließen. Die Frankfurter Oper und das Schauspielhaus sollen demnach im April wieder Vorstellungen anbieten können.

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