BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Bayerische Soforthilfe für Künstler wird bis Juni verlängert | BR24

© Peter Kneffel/dpa-Bildfunk

Kunstminister Bernd Sibler

Per Mail sharen

    Bayerische Soforthilfe für Künstler wird bis Juni verlängert

    Ab Ende Februar können Soloselbstständige in Kunst und Kultur auch für den Zeitraum bis Juni monatlich bis zu 1.180 Euro Soforthilfe beantragen. Wer noch für das letzte Quartal des vergangenen Jahres einen Antrag stellen will, hat Zeit bis Ende März.

    Per Mail sharen
    Von
    • Peter Jungblut

    Der Bedarf scheint groß - kein Wunder, in einer Zeit, in der viele Musiker, Schauspieler und andere Künstler vor dem Nichts stehen. Seit Mitte Dezember sind nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst bereits 4.200 Anträge auf Soforthilfe gestellt worden, davon wurden rund 1.400 mit einem Gesamtvolumen von 3,67 Millionen Euro bereits bewilligt. Dass es vergleichsweise lange dauerte, bis überhaupt Anträge gestellt werden konnten, wurde aus der Veranstaltungsszene ebenso kritisiert, wie die komplizierten Regeln, an denen sogar Steuerberater zu "beißen" hatten.

    "Ich bin froh, dass wir dieses wichtige Hilfsprogramm für Kunst- und Kulturschaffende um weitere sechs Monate verlängern können", so Kunstminister Bernd Sibler in einer Stellungnahme: "Die Verlängerung ermöglicht längerfristige Perspektiven und bessere Planungssicherheit. Damit begleiten wir die Betroffenen zuverlässig in und hoffentlich auch aus der Krise." Das Programm werde "gut angenommen". Aus der Kulturszene seien "überwiegend positive Rückmeldungen" gekommen, so zum Beispiel vom Bundesverband Schauspiel (BFFS).

    "Bayern geht bei Stabilisierung der Kultur voran"

    Daniela Aue vom Verband Freie Darstellende Künste Bayern und Bernd Schweinar vom Verband für Popkultur in Bayern wurden mit den Worten zitiert: "Bayern geht jetzt bei der Stabilisierung seiner Kulturschaffenden bundesweit voran. Dass es uns nicht gelungen ist, die Grundsicherung mit dem Soloselbstständigen-Programm zu koppeln, bedauern wir." Diese Kritik kommentiert der Minister, die Bitte des Begleitausschusses, eine bereits gewährte Grundsicherung auf die Finanzhilfe anzurechnen, sei "aus rechtlichen Gründen" nicht erfüllbar gewesen: "Eine solche Anrechnung hätte zur Folge, dass die Grundsicherung des Bundes durch die Leistungen aus dem Soloselbstständigen-Programm ersetzt würde. Landesmittel würden demnach lediglich an die Stelle von Bundesmitteln treten, sodass sich im Endergebnis kein Mehr an Förderung ergibt."

    Berechnungsgrundlage ändert sich

    Zu den Verbesserungen zählt Bernd Sibler eine neue Berechnungsgrundlage: "Für Personen, die im Jahr 2019, dem Vergleichszeitraum für die Ermittlung des Umsatzrückganges, aus familiären Gründen wie Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen oder wegen Krankheit nicht erwerbstätig waren, werden als Vergleichszeitraum nur diejenigen Monate des Jahres 2019 herangezogen, in denen eine volle Erwerbstätigkeit stattgefunden hat. Wenn im ganzen Jahr 2019 aus den genannten Gründen keine Erwerbstätigkeit stattfand, wird das Jahr 2018 herangezogen."

    Walter Heun, Vorsitzender des Bayerischen Landesverbands für Zeitgenössichen Tanz, lobte in einer Presseerklärung die jetzt gefundene Antragsregel. Sie sei "dringend notwendig" gewesen: "Fehlende Planungssicherheit und die Tatsache, dass viele Soloselbstständige aus dem Kunst- und Kulturbereich bei vergangenen Hilfsprogrammen durchs Raster fielen, erschwerte den Betroffenen in den letzten Monaten die Situation enorm." Die Verlängerung der Maßnahmen sei deshalb ein "wichtiges Statement der Bayerischen Staatsregierung für die Freie Szene in Bayern und deren Erhalt in und nach der Corona-Krise".

    Verpassen war gestern, der BR Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultur-Sendungen und -Podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen. Hier geht's zur Anmeldung!

    Die BR KulturBühne – ein Platz für Konzerte, Events, Debatten und auch großes Vergnügen. Hier geht's lang