BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Batman Forever: Zum Tod von Hollywood-Regisseur Joel Schumacher | BR24

© Bild: Armando Gallo / zuma Studio picture alliance; Audio: ARD

Blockbuster, Independent-Filme, aber auch großer Trash: Regisseur und Drehbuchautor Joel Schumacher trug nicht immer zum Ruhm anderer bei.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Batman Forever: Zum Tod von Hollywood-Regisseur Joel Schumacher

George Clooney steckte er ins Fledermaus-Kostüm, Michael Douglas brachte er in "Fallling Down" zum Durchdrehen: Regisseur Joel Schumacher prägte mit seinen Filmen das Kino der 80er und 90er Jahre. Nun ist er mit achtzig Jahren an Krebs gestorben.

Per Mail sharen

Filme machen – das war sein großer Traum, seine Rettung, erzählte Joel Schumacher einmal dem Filmblog "DP/30": "Ich wuchs in Long Island auf, nach dem Krieg. Es gab kein Fernsehen. Und mein Vater starb, als ich sehr klein war. Meine Mutter arbeitete sechs Tage die Woche, ich wuchs praktisch auf der Straße auf und hatte immer Ärger." Aber in der Nähe sei ein Kino gewesen, das habe ihn etwas gerettet vor dem ganzen Ärger da draußen. "Und mit sieben Jahren beschloss ich, dass ich Geschichten erzählen wollte."

Vom Kostümbildner zum Superhelden-Regisseur

Einer der ersten Filme, an denen Joel Schumacher arbeitete, war ein Musical: "The Wiz" – eine musikalische Verfilmung des Kinderbuchklassikers "Der Zauberer von Oz", mit Diana Ross und Michael Jackson in den Hauptrollen. Für das Musical hatte Schumacher das Drehbuch geschrieben. Angefangen hatte seine Karriere im Filmbusiness. Als Kostümbildner in New York merkte Joel Schumacher dann aber, dass er Filme gestalten, sie schreiben und Regie führen möchte – und reiste dafür in die "Wiege des amerikanischen Films", nach Hollywood.

Als Regisseur prägte er mit einigen Filmen die 80er und 90er Jahre maßgeblich. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören der Horrorfilm "The Lost Boys" oder "Flatliners" – mit Julia Roberts und Kiefer Sutherland als experimentierfreudige Medizinstudenten. Und natürlich "Falling Down" – mit Michael Douglas, der einen Polizisten spielt, der in Los Angeles komplett durchdreht.

© picture alliance / United Archives

Legendärer Amoklauf: Michael Douglas in "Falling Down"

Während diese Filme große Beachtung auch unter Kritikern fanden, kassierte Joel Schumacher für seine Version der Batman-Saga mit dem Film "Batman und Robin" aus dem Jahr 1997 viel Spott. Jahre später entschuldigte sich der Regisseur sogar dafür: "Wenn es jemanden gab, der sich den Vorgängerfilm 'Batman Forever' angeschaut hat und dann enttäuscht war von 'Batman und Robin': Ich entschuldige mich dafür. Ich wollte eigentlich nur unterhalten."

© United Archives / picture alliance

Kam bei der Fangemeinde nicht so gut: Batman und Robin

Fans störten sich damals vor allem an den anatomisch korrekten Superhelden-Kostümen, die sogar die Brustwarzen abbildeten. Und an einer etwas zu grellen, zu überdrehten Umsetzung des Stoffes. Selbst Batman-Darsteller George Clooney war der Auftritt im Nachhinein peinlich: "Ich dachte sogar, ich hätte die Batman-Reihe damit zerstört!“, schämte sich der Filmstar.

Schumacher, der seit Anfang seiner Karriere offen homosexuell lebte, widmete sich danach anderen Herzensprojekten – zum Beispiel dem Film "8mm", mit Nicholas Cage . Oder dem Polit-Drama "Die Journalistin" mit Cate Blanchett. Zu seinen letzten Projekten gehört die Inszenierung zweier Folgen der Netflix-Serie "House of Cards". Am Montag ist Joel Schumacher nach einem Krebsleiden mit 80 Jahren verstorben.

Die BR KulturBühne – ein Platz für Konzerte, Events, Debatten und auch großes Vergnügen. Hier geht's lang!

Aktuelle Debatten, neue Filme und Ausstellungen, aufregende Musik und Vorführungen... In unserem kulturWelt-Podcast sprechen wir täglich über das, was die Welt der Kultur bewegt. Hier abonnieren!