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Augsburg feiert ein Jahr lang das 800. Jubiläum unter dem Motto "Barfuß im Herzen der Stadt".

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"Barfuß im Herzen der Stadt": FranziskanerInnen in Augsburg

Im Jahr 1221 fassten die ersten Franziskaner in Augsburg Fuß. Mit ihren einfachen Sandalen setzten sie ein Zeichen für ein Leben in Armut. Augsburg feiert ein Jahr lang das 800. Jubiläum unter dem Motto "Barfuß im Herzen der Stadt".

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Von
  • Iris Tsakiridis

Die ersten Franziskanerbrüder kamen nach der Alpenüberquerung zunächst in Augsburg an und wurden freundlich aufgenommen. Von Augsburg aus verbreitete sich die franziskanische Bewegung innerhalb weniger Jahre über ganz Deutschland und darüber hinaus. 800 Jahre jährt sich nun dieser besondere Schritt für die Franziskaner in Deutschland und das feiern die Schwestern und Brüder ab Pfingsten ein Jahr lang mit ganz unterschiedlichen Aktionen.

Ökumenische Jubiläumsfeier in Augsburg

Das Motto in Augsburg lautet „Barfuß im Herzen der Stadt“. Es gibt viel zu entdecken: Franziskanische Spiritualität und der Blick auf die Anfänge der FranziskanerInnen in Augsburg. Zum ökumenischen Team, das das Festprogramm zum Jubiläumsjahr gestaltet, gehört auch Schwester Veronika Görnert. Die Franziskanerin startet ökumenisch in den Tag. Mit einer Morgenandacht in der evangelischen Kirche Zu den Barfüßern, mitten in Augsburg. Eingeladen sind hier alle gleich ob evangelisch, katholisch oder gar nicht kirchlich gebunden. Biblische Lesungen, Stille und Gesänge wechseln sich ab und münden im Zuspruch des Segens für den Tag. Ein solches Zusammenkommen hätte Franz von Assisi wohl auch gefallen - die Türen stehen offen für die Stadtmenschen von heute.

Hilfe für Menschen am Rande der Gesellschaft

1983 trat die gebürtige Rheinländerin bei den Dillinger Franziskanerinnen ein: sie wollte sich schon immer für die Menschen einsetzen, die am Rande der Gesellschaft stehen müssen, auch in den Armenvierteln von Brasilien. Doch jetzt wird Schwester Veronika hier gebraucht, im Augsburger Stadtzentrum. Schwester Veronika lebt nicht im Kloster. Seit drei Jahren wohnt sie hier in einem Mehrfamilienhaus, zusammen mit der evangelischen Pfarrersfamilie und einer Flüchtlingsfamilie. Sie teilt sich die Wohnung mit ihrer Mitschwester Martha. Beide engagieren sich beruflich für traumatisierte Flüchtlinge: "Ich erlebe es als größere Herausforderung, in der Welt zu leben", sagt Schwester Veronika. "Im geschützten Setting, sag ich jetzt mal, hat man viel mehr Regelmäßigkeit. Ich bin mehr herausgefordert. Aber ich wachse dadurch auch stärker."

Die Barfüßerkiche in Augsburg

Das Haus, in dem Schwester Veronika lebt, befindet sich neben der Barfüßerkirche in Augsburg. Das imposante Bauwerk wurde einst von den Franziskanern erbaut. Der Name der Kirche bezieht sich auf das äußere Ordenskennzeichen. Die Franziskaner verzichteten auf feste Schuhe und wählten die Sandalen als Zeichen ihrer Solidarität mit den Armen. Bereits in der Reformationszeit wurde die Augsburger Barfüßerkirche evangelisch. Heute arbeiten die Franziskanerinnen hier wieder mit. Gesine Beck, die Pfarrerin der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Zu den Barfüßern sieht das als Bereicherung: "Das ist das Faszinierende daran, dass wir gar nicht mehr in diesen Schubladen denken, sondern dass wir sehr selbstverständlich miteinander einfach den Alltag teilen."

Ökumenischer Gottesdienst am 20. Mai 2021

Die offizielle Eröffnung des Jubiläumsjahres der Franziskaner beginnt am 20. Mai mit einem Ökumenischen Gottesdienst mit Bischof Bertram Meier und Regionalbischof Axel Piper auf dem Elias-Holl-Platz in Augsburg. Das ganze Jahr über ist dann ein buntes Programm mit verschiedenen Veranstaltungen angeboten.

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