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So aktuell ist die neue Staffel von "Babylon Berlin" | BR24

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"Babylon Berlin" ist die bisher teuerste deutsche Fernsehserie und eine der erfolgreichsten. Zur Weltpremiere der dritten Staffel sprachen die Macher über die Atmosphäre der Staffel – und über Parallelen zwischen den 20er-Jahren und der Gegenwart.

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So aktuell ist die neue Staffel von "Babylon Berlin"

"Babylon Berlin" ist die bisher teuerste deutsche Fernsehserie und eine der erfolgreichsten. Zur Weltpremiere der dritten Staffel sprachen die Macher über die Atmosphäre der Staffel – und über Parallelen zwischen den 20er-Jahren und der Gegenwart.

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Vorm Kino ein Roter Teppich und ein Blitzlichtgewitter wie bei einem Festival. Dabei kommt "Babylon Berlin" ohne internationale Stars aus. Volker Bruch und Liv Lisa Fries spielen die Hauptrollen, flankiert von hochkarätigen, aber fast durchgängig deutschen Schauspielerkollegen. Für die Drehbücher und die Regie zeichnen, wie schon bei den vorherigen Folgen Henk Handloegten, Achim von Borries und Tom Tykwer verantwortlich.

Börsenfieber und Crash

Bei Serien komme es darauf an, dass sie nicht nach einem Schema arbeiteten und die Dinge sich nicht wiederholten, sagte Tom Tykwer bei der Weltpremiere in Berlin. Die neue Staffel sei noch psychologischer als die bisherigen und steige noch tiefer ins Innere der Figuren ein: "Wir wollen denen auf die Pelle rücken. Weil wir jetzt nicht mehr so viel Zeit aufwenden müssen, sie überhaupt erst zu etablieren und kennenzulernen."

Die neue Staffel umfasst zwölf Folgen – bietet also ausreichend Zeit. Es wird eine Kriminalgeschichte erzählt und zugleich ein Gesellschaftspanorama entworfen. Die Handlung setzt im Spätsommer 1929 ein. Henk Handloegten, der zweite Autor und Regisseur, erklärt: "Es war für uns eine wichtige Entscheidung, obwohl wir den Roman 'Der stumme Tod' von Volker Kutscher zur Vorlage haben, auf zwei Dinge nicht zu verzichten: den Tod von Stresemann Anfang Oktober und den Zusammenbruch der Weltwirtschaft Ende Oktober."

Erstaunliche Parallelen zur Gegenwart

Der Börsencrash taucht gleich am Anfang der ersten Folge in einer Albtraumsequenz auf: Kommissar Rath taumelt durch eine verwüstete Bankfiliale, bis er von einem Mob wütender Kleinaktionäre niedergetrampelt wird. Dabei ist Deutschland am Anfang der neuen Staffel noch im Börsenfieber, das durch alle Schichten geht. Im Film wird die Aktienblase vom Industriellen Alfred Nyssen erkannt und für seine Geschäfte ausgenutzt. Doch natürlich kann man auch an die Finanzkrise des Jahres 2008 denken, sagt Achim von Borries: "Die Parallelen sind frappierend. Die sind uns zugewachsen. Wir haben nichts dazu getan." Denn erzählt werde natürlich aus der Perspektive der handelnden Figuren. Es gehe schließlich nicht um einen Lehrfilm, sondern um einen Krimi: "Die Zuschauer sollen genauso unmittelbar mit der Geschichte konfrontiert werden wie unsere Helden."

Ermittlungen in der Traumfabrik Babelsberg

Hauptkommissar Rath und seine Assistentin Charlotte Ritter ermitteln in den Filmstudios von Babelsberg. Eine Schauspielerin ist bei den Dreharbeiten zu einem Musikfilm von einem herabstürzenden Scheinwerfer erschlagen worden. Dass der Scheinwerfer manipuliert war, finden die Ermittler schnell heraus, doch nach dem Motiv müssen sie lange suchen. Da der Musikfilm von einem berüchtigten Unterweltboss finanziert wird, könnte der Mörder auch aus diesem Milieu kommen. "Der Aufwand, der damals betrieben wurde für Filme, war wirklich erheblich, weil die ganze Technik noch ein bisschen schwerfällig war", sagt Tom Tykwer. Und auch davon will er erzählen: Die Szenen, die in den Babelsberger Studios spielen, zeigen riesige Mikrofonkräne und Scheinwerfer. Da die Musik der ersten Tonfilme live aufgezeichnet werden musste, sitzt ein Orchester mit im Studio. Tanzgirls bewegen sich vor einer expressionistischen, grau-schwarz gemusterten Kulisse.

"Wir wollten einen Film machen", so der Regisseur, "der das Düstere und das Schattenhafte ernst nimmt, weil sich darin mehrere Elemente spiegeln: das Gefühl einer Welt, die sich auf einen Abgrund zu bewegt. Es ist ja nicht so, dass die Goldenen Zwanziger so golden waren, sondern de facto war es bis 1926 ein Postkatastrophenland." Diese Kontraste tauchen auch in den neuen "Babylon Berlin"-Folgen auf. Armut und Luxus, frivole Nachtclubs und mondäne Hotels. Und mittendrin der Hauptkommissar und seine schillernde Assistentin. Das Erfolgsmodell wird fortgesetzt.

Die neue Staffel von "Babylon Berlin" ist ab Januar 2020 auf Sky zu sehen, im Herbst 2020 in der ARD.

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