BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Auszeichnung für das Institut für Theologische Zoologie | BR24

© BR

Dr. Rainer Hagencord vom Institut für Theologische Zoologie

1
Per Mail sharen

    Auszeichnung für das Institut für Theologische Zoologie

    Das Institut für Theologische Zoologie in Münster setzt sich dafür ein, dass Tiere als Mitgeschöpfe gewürdigt und auch so behandelt werden. Nun wurde die Bildungseinrichtung für ihre einzigartige Arbeit von den Vereinten Nationen ausgezeichnet.

    1
    Per Mail sharen
    Von
    • Andrea Koeppler

    Das Institut für Theologische Zoologie ist das bundesweit einzige seiner Art. Dr. Anton Rotzetter und Dr. Rainer Hagencord haben es 2009 gegründet. Die interreligiös und interdisziplinär arbeitende Einrichtung versteht sich als Bildungsprojekt, das sich für eine theologische und kulturelle Würdigung der Tiere als Mitgeschöpfe einsetzt.

    Ehrung für Artenvielfalt-Pfad

    Die UN-Dekade für Biologische Vielfalt würdigte das Projekt "Inseln des Lebendigen“, das im öffentlichen Klostergarten der Kapuziner in Münster verwirklicht worden ist. Es gewann den Sonderwettbewerb „Soziale Natur - Natur für alle.“ Der Erlebnispfad bringt seinen Besuchern auf besondere Weise die Artenvielfalt näher.

    Gründungsvater Rainer Hagencord

    2009 gründete der frühere Priester und promovierte Biologe Rainer Hagencord in Münster das Institut für theologische Zoologie. Ihm ist es wichtig, für ein neues Miteinander von Tier und Mensch zu sorgen. Denn, für ihn gehöre die Wertschätzung aller Geschöpfe in den Grundkanon christlicher Tugend und christlicher Ethik.

    Falsches Verständnis von Tieren

    Seines Erachtens nach hat der Einfluss der Intellektuellen in der Aufklärung und Neuzeit dazu geführt, dass Tiere zu seelenlosen Geschöpfen erklärt worden seien. Dieser Meinung sei damals leider auch die Kirche gefolgt, so Hagencord. Das Bibelzitat „Macht euch die Erde untertan“ hätte zu einer tödlichen Ausnutzung der Tiere geführt wie wir sie heute erleben.

    Die Seele der Tiere

    Die Annahme einer tierischen Seele ist nach Hagencords Auffassung der Schlüsselpunkt: „In der Bibel finden wir auch eine Theologie, die allem, was lebt, eine Seele zuspricht. Das ist biblische Botschaft und müsste christliche Botschaft werden: Die Seele ist das, was mich mit allem Lebendigen verbindet.“ Der Institutsgründer kann nicht nachvollziehen, weshalb sich das heutige Christentum so über die Tiere ausschweige, obwohl sie in der Bibel auf jeder Seite erwähnt werden.

    Unterschied von Mensch und Tier

    Den einzigen Unterschied zwischen Mensch und Tier sieht Hagencord in der Verantwortung. Der Verantwortung und Sorge der Menschen gegenüber den Tieren: „Und dann ist es kein Privileg, nichts, was jetzt Gott besonders gefällt, sondern dann ist es ein Imperativ“, so Hagencord. Seine klare Botschaft lautet: „Nimm endlich deine Verantwortung wahr im Kreis des Lebens, sieh dich als Mitgeschöpf und nicht als Herrscher oder Herrin über die Schöpfung.“

    Mehr zum Thema "Der Streit um das Wohl der Tiere" erfahren sie in STATIONEN am Mittwoch, den 11. November um 19 Uhr, im BR Fernsehen und in der BR Mediathek.