BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© museum-lothar-fischer/ Foto: Dieter Schleicher
Bildrechte: museum-lothar-fischer/ Foto: Dieter Schleicher

Das Atelier von Wilhelm Loth in Karlsruhe

Per Mail sharen

    Der weibliche Körper im Zentrum

    Das Lothar-Fischer-Museum in Neumarkt in der Oberpfalz ist eigentlich dem Andenken seines Namensgebers gewidmet. Die kommende Ausstellung zeigt aber von Sonntag bis zum 11. Juni Arbeiten seines Bildhauer-Kollegen Wilhelm Loth. Von Barbara Bogen

    Per Mail sharen

    Die Ausstellung "Wilhelm Loth. Von der Figur zur Körperlandschaft" lässt das fast magische, in jedem Fall leidenschaftliche Verhältnis zum weiblichen Körper erkennen, das der Bildhauer Wilhelm Loth unterhielt. Ein Motiv, das seinem Schaffen zugrunde liegt und das er lebenslang beibehielt, um dabei eine, für einen männlichen Künstler, völlig ungewöhnliche Auffassung von weiblicher Schönheit zu proklamieren und zu vertreten.

    "Schönheit, das ist für mich nicht eine vom Leben abgehobene Idealvorstellung, sondern ich suche sie in Formen, die das reale Leben anbietet und die für mich schön sind, weil sie lebensbejahend sind. Eine Schönheit, an der die Frauen teilhaben können." Wilhelm Loth

    Die Ausstellung zeigt rund fünfzig Arbeiten von Wilhelm Loth, einem Künstler, der, 1920 geboren, 1993 gestorben, heute fast in Vergessenheit geraten ist. Erstaunlich, denn dieser Wilhelm Loth war in seinem weit gefassten, wunderbar unorthodoxen Begriff von weiblicher Schönheit seiner Zeit voraus.

    Von Käthe Kollwitz gefördert

    Loth, der fast 30 Jahre lang als Akademieprofessor in Karlsruhe wirkte, unterhielt in ganz jungen Jahren übrigens ein enges geistig-künstlerisches Verhältnis zur damals schon berühmten, über fünfzig Jahre älteren Bildhauerin Käthe Kollwitz. Sie war es auch, die den jungen Bildhauer in seiner Kunst bestärkte.

    "Ich glaube mich nicht zu irren, dass die Plastik Sie einmal ganz haben wird.", schrieb sie in dem regen Briefwechsel, den die beiden so unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten unterhielten, und weiter: "Ich glaube an Sie."