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Wie rassistisch ist unser Spielzeug? Eine Frage, die im Spielzeugmuseum Nürnberg nun in einer Sonderausstellung aufgegriffen wird.

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    Ausstellung "Spielzeug und Rassismus" in Nürnberg

    Das Spielzeugmuseum in Nürnberg zeigt die Sonderausstellung "Spielzeug und Rassismus". Vorausgegangen war die viel diskutierte Aktion des Museums, rassistisches Spielzeug aus der Dauerausstellung zu entfernen.

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    Von
    • Julia Hofmann

    Das Nürnberger Spielzeugmuseum zeigt ab sofort die Sonderausstellung "Spielzeug und Rassismus. Perspektiven, die unter die Haut gehen". Diese Ausstellung ist eine Reaktion auf eine sehr umstrittene Aktion des Museums vor ein paar Wochen: Nachdem eine Besucherin aus den USA dort vor einiger Zeit ein rassistisches Spielzeug in der Ausstellung entdeckt hatte, handelte das Museum um Leiterin Karin Falkenberg und hat sieben Ausstellungsobjekte herausgenommen.

    Rassistisches Spielzeug: Diskriminierend und herabwürdigend

    Diskriminierend und herabwürdigend seien diese sieben Spielzeuge, eines ist beispielsweise der "Alabama Coon Jigger", eine blecherne Aufziehfigur. Das Wort "Coon" ist in Deutschland fast unbekannt, in den USA jedoch ein Schimpfwort. Der Begriff "Jigger" beschreibe das Wort "Parasit", so Karin Falkenberg, Leiterin des Museums. Die Blechfigur selbst: ein schwarzer Sklave, der zur Belustigung der Weißen tanzt.

    Austausch mit der schwarzen Community

    Die Herausnahme der insgesamt sieben Ausstellungstücke hat vor allem in den sozialen Netzwerken sehr polarisiert. Doch die Museumleitung nahm die Reaktionen zum Anlass, sich vertieft und vor allem im Austausch mit Rassismus-Experten und Vertretern der People of Color dieser Thematik zu stellen.

    Spielzeug ist nicht immer unschuldig

    Sie und sechs weitere Figuren werden erst jetzt wieder in der Sonderausstellung präsentiert – aber mit Einordnung. Denn Spielzeug sei nicht immer unschuldig, so die Ausstellungsmacher. Rassismus findet sich sogar in Spielsachen – mal versteckt, mal offensichtlich. Wie rassistische Bilder unsere Welt bis heute prägen und warum es zukunftsweisend ist, die Perspektive zu wechseln, will diese Ausstellung nun zeigen. Sie ist in die Dauerausstellung integriert, bis zum 9. Januar 2022.

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