Die Schau umfasst den Zeitraum von den 1840er bis zu den 1910er Jahren, vom Beginn der Fotografie also bis zu jenem Moment, als sie erstmals als Kunstform anerkannt wurde.
"Die Ausstellung wirft auch einen neuen Blick auf den Gemäldebestand des Germanischen Nationalmuseums zum späten 19. Jahrhundert, denn viele der Werke sind jetzt erstmals zu sehen." Georg Ulrich Großmann, Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums
Zwischen Hoffnungen und Existenzsorgen
Mit der Fotografie verbanden sich Hoffnungen, aber auch Skepsis, Sorgen und sogar Existenzängste. Als das alles verändernde Jahr gilt 1839, als die sogenannte "Daguerreotypie" in Paris erstmals öffentlich vorgeführt wurde. Dieses Fotografie-Verfahren ist zwar aufwändig, dennoch wird die Technik marktfähig. Die aus dem Boden schießenden Fotoateliers werden zunächst von Malern betrieben. In der Ausstellung werden frühe Daguerreotypien verschiedenen Gemälde-Porträts gegenübergestellt. Die motivische Nähe, die Schnelligkeit und der günstige Preis schürten bei Malern Ängste, die neue Technologie könne ihre Existenz bedrohen.
15 Sekunden lang still sitzen in der Fotobox
Heute ist die Fotografie aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das Smartphone wird öfter zum Fotografieren als zum Telefonieren genutzt. Vor allem die Selbstinszenierung hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Mit einer in die Ausstellung integrierten Fotobox werden Aufnahmen mit einer früher genutzten Plattenkamera nachgestellt. Besucher müssen 15 Sekunden lang still sitzen, wenn sie ein scharfes Bild von sich haben möchten.