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Esther Bejarano, Auschwitz-Überlebende und Zeitzeugin des Holocausts ist in der Nacht auf Samstag verstorben. Das erklärte der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, auf Twitter. Bejarano wurde 96 Jahre alt.

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Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano ist tot

Esther Bejarano, Auschwitz-Überlebende und Zeitzeugin des Holocausts, ist in der Nacht auf Samstag verstorben. Das erklärte der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, auf Twitter. Bejarano wurde 96 Jahre alt.

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  • BR24 Kultur
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Die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano ist im Alter von 96 Jahren in Hamburg verstorben. Das bestätigte der Vorstand des Auschwitz Komitees am Samstag. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Esther Bejarano habe Auschwitz überlebt, weil sie im Lager-Orchester Akkordeon spielte, schrieb Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, auf Twitter, nun sei sie gestorben.

Esther Bejarano stirbt mit 96 Jahren

Mit Anita Lasker-Wallfisch und anderen hatte Esther Bejarano im Mädchenorchester von Auschwitz gespielt. Was das Alter Bejaranos betrifft, hat sich Mendel aber offenbar geirrt: Übereinstimmenden Quellen zufolge wurde Bejarano am 15. Dezember 1924 geboren und war demnach zum Zeitpunkt ihres Todes erst 96 Jahre alt.

Kurz nach dem Bekanntwerden der Nachricht ist die Anteilnahme in sozialen Netzwerken sehr groß. Auf Twitter beherrscht das Thema die Diskussion, insgesamt kursieren derzeit über 3.000 Tweets zur Todesmeldung. Viele bekunden ihre Anteilnahme.

Bejarano sei "friedlich und ruhig eingeschlafen"

Bejarano galt als wichtige Zeitzeugin des Holocausts. Jahrelang engagierte sie sich später in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Das Komitee bestätigte den Tod Bejaranos dem Nachrichtenmagazin Hinz&Kunzt am Samstagmorgen. Demnach sei sie nach kurzer, schwerer Krankheit "friedlich und ruhig eingeschlafen".

Erst vor wenigen Wochen hatte Bejarano noch an der Einweihung eines Mahnmals für NS-Zwangsarbeiter in Verden teilgenommen.

Trauer weltweit um Esther Bejarano

Der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, erklärte: "Auschwitz-Überlebende in aller Welt beklagen den Tod ihrer wunderbaren Freundin, Leidensgenossin und Weggefährtin, der großen Zeitzeugin Esther Bejarano, die in ihrem 97. Lebensjahr in Hamburg gestorben ist und über viele Jahre im Internationalen Auschwitz Komitee engagiert war."

Steinmeier: Bejarano als Sängerin "so mitreißend"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach den beiden Kindern Bejaranos sein Beileid aus. "Wir verlieren mit ihr eine mutige Persönlichkeit, die sich bis zuletzt für die Verfolgten des Naziregimes eingesetzt hat", schrieb er. Es sei der Verstorbenen eine innere Verpflichtung gewesen, die Erinnerung an die Greueltaten des Naziregimes wach zu halten.

Steinmeier würdigte auch Bejaranos Auftritte als Sängerin: "Wer sie je in ihrem musikalischen Element erlebt hat, wird sich immer daran erinnern: So mitreißend war sie!" Außenminister Heiko Maas (SPD) hob die Verstorbene als wichtige Stimme im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus hervor. "Die wundervolle Ester Bejarano überzeugte mit ihrer Lebenskraft und unglaublichen Geschichte. Ihre Stimme wird uns fehlen", schrieb Maas auf Twitter.

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Der 9. November 1938. SA-Schlägerkommandos und SS-Trupps setzen jüdische Geschäfte und Synagogen in Brand. Esther Bejarano, die damals noch Loewy heißt, erlebt die Reichspogromnacht als 14-Jährige.

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