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Augsburger Museum entführt in historische Spielzeug-Welten | BR24

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Auch dieses Jahr präsentiert das Maximilianmuseum zur Adventszeit historisches Spielzeug. Puppen in prächtigen Gewändern, Miniatur-Küchen, Teddy-Bären, Dampfmaschinen und vieles mehr regen zum Staunen und Freuen an.

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Augsburger Museum entführt in historische Spielzeug-Welten

Die einen verbringen in der Adventszeit ganze Abende am Glühweinstand. Die anderen zieht es ins Konzert. In Augsburg gehört es für viele zur Tradition, die jährliche Spielzeug-Ausstellung im Maximilianmuseum zu besuchen. Am Samstag geht es los.

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Puppen in prächtigen Gewändern, reich verzierte Miniatur-Küchen, historische Dampfmaschinen: Das Augsburger Maximilianmuseum schöpft mit seiner traditionellen Spielzeug-Ausstellung auch in diesem Jahr aus den Vollen. Zu sehen sind rund 70 Objekte – überwiegend aus Augsburg und Umgebung, teils Leihgaben von Privatleuten, teils Gegenstände aus dem Museumsbestand.

Barock-Puppe im kostbaren Gewand

Ein echter Blickfang ist beispielsweise eine Puppe aus dem 18. Jahrhundert: die Haube mit goldenen Fäden verziert, die Lippen zu einem feinen Lächeln geformt, an den Ärmeln kostbare Spitzen. "Eine wunderschöne Puppe", sagt Kuratorin Christina von Berlin: "Ein Holzkörper mit einem Lederbäuchlein, dann wieder Lederbeinchen und unten wieder Holzfüßchen."

Spielzeug verkörpert Augsburger Bürgerstolz

Die Puppe spiegelt das Selbstbewusstsein des gehobenen Augsburger Bürgertums wider. Sie stammt vermutlich aus einer Kaufmannsfamilie und gehört seit Urzeiten zum Bestand des Maximilianmuseums.

Auch Miniatur-Küchen im Maximilianmuseum zu sehen

Nebenan lädt eine Miniatur-Küche dazu ein, in die Welt des 18. Jahrhunderts einzutauchen. Die Kuratorin ist nach eigenen Worten "entzückt" davon, "mit welch kostbaren Materialien man gearbeitet hat. Die Teller, die kleinen Krüge – das ist Fayence, das ist gutes, hochwertiges Zinn!"

Ein Highlight der Spielzeug-Ausstellung: die Kaffeeröstmaschine

Ein bestimmtes Gerät durfte damals in keinem vornehmen Haushalt fehlen. Deshalb steht es auch in der hier ausgestellten Spielzeug-Küche: die Kaffeebohnenröstmaschine. Die Leute hätten früher rohe Bohnen gekauft, dann in dieses Gerät gefüllt und über dem Feuer geröstet, erläutert die Kuratorin.

Spielerischer Umgang mit neuer Technik

An einer anderen Station ist das Spielzeug einigen Maschinen des 19. Jahrhunderts nachempfunden. Eine winzige Nähmaschine ist hier ausgestellt, neben einer kleinen Dampfmaschine – beide voll funktionsfähig. Christina von Berlin zufolge sollten die Kinder im Spiel lernen, mit damals neuer Technik umzugehen.

Spieltrieb als Teil menschlicher Natur

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis, die Besucher der Ausstellung im Maximilianmuseum mitnehmen können, ist diese: Der Spieltrieb steckt tief im Menschen – unabhängig von Lebensalter und Epoche. "Spielen zu wollen", sagt von Berlin, "ist ein archaischer Trieb des Menschen. Homo ludens – der spielende Mensch."

"Kleine Welten – Spielzeug in alten Zeiten" - die Ausstellung im Augsburger Maximilianmuseum wird am Wochenende eröffnet und dauert bis Anfang Februar. Mehr Infos gibt es hier.