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Bildrechte: Dita Vollmond

Das Mozartfest in Würzburg wird 100 Jahre alt. Ein fester Bestandteil dabei ist der Mozarttag: Normalerweise spielen dann in der Innenstadt verschiedene Ensembles und man kann überall kostenlos zuschauen und zuhören. Dieses Jahr ist das anders.

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Auftakt zum Mozartfest mit Bundespräsident Steinmeier

Traditionell im Kaisersaal der Würzburger Residenz lief am Freitagabend das Eröffnungskonzert für das Mozartfest. Mit viel Politprominenz war es gleichzeitig der Auftakt zu "100 Jahre Mozartfest". Mit viel Abstand und reduziertem Publikum.

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Von
  • Wolfram Hanke

Im Kaisersaal der Würzburger Residenz ist Freitagabend das Mozartfest eröffnet worden. Mit viel Politprominenz wurde "100 Jahre Mozartfest" gefeiert. Bis zuletzt hieß es zittern, ob ein über drei Jahre ausgetüfteltes Jubiläumsprogramm an diesem Abend den angemessenen Auftakt erhalten würde, so die Stadt.

Frank-Walter Steinmeier zu Besuch

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gab vor dem Konzert seine Antwort auf die Frage: "Wie viel Mozart braucht der Mensch?". Diese Frage bildet im Rahmen des Festivals eine eigene Vortragsreihe: "Es ist, wie ich finde, sehr richtig und angemessen, dass gerade an diesem runden, hundertsten Geburtstag des Mozartfestes, nicht nur seine Musik gespielt und mit anderen, auch mit gegenwärtigen Kompositionen konfrontiert wird. Sondern dass man sich auch die Frage stellt, wie denn die Klassiker vor ihrem schlimmsten Feind bewahrt werden können: einer unantastbaren Musealität."

Vertretung für Markus Söder

Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, vertrat den Schirmherrn des Festivals Ministerpräsident Markus Söder. Auch er sah im 100. Eröffnungsabend ein ganz besonderes Aufbruchssignal: "Das Stichwort Neustart begleitet uns im Moment alle."

Die Vergleiche mit dem Jahr 1921, als das Festival startete und dem Neustart 1951, nur wenige Jahre nach der fast vollständigen Zerstörung der Stadt, würden sich laut Sibler vielleicht verbieten, aber man habe sie an einem solchen Freudentag nach den vielen Corona-Entbehrungen im Hinterkopf: "Dass sie nach dem großartigen Auftakt heute in die Stadt hinausgehen und den Menschen diese wunderbare Musik erlebbar machen, ist ein großartiges, ein demokratisches Element", lobte der Minister die Festivalphilosophie und beschrieb den Beitrag des Freistaats, um Kultur wieder mit Leben zu füllen.

Stolzer Oberbürgermeister

Oberbürgermeister Schuchardt würdigte den Kraftakt, den die Feier eines so bedeutsamen Jubiläums in Pandemiezeiten für das Team um Intendantin Evelyn Meining und Geschäftsführerin Katharina Strein bedeutete. Manchmal sei es entscheidend, mit Taten ein Bekenntnis zur Kunst und Kultur abzulegen und nicht nur mit Worten. So wie es auch Oberbürgermeister Franz Stadelmayer 1951 nach dem Krieg getan hatte und somit das nach den Salzburger Vorbild zweitälteste Mozartfest der Welt hier kein frühzeitiges Ende fand.

Dieses Handeln braucht es noch heute: "Ich bin froh und stolz, in Würzburg und Unterfranken sowohl auf politischer, als auch unternehmerischer Seite verlässliche Mitstreiter zu wissen, die es nicht bei einem allgemeinen Bekenntnis belassen, sondern allesamt an der konkreten Umsetzung mitarbeiten."

Großzügige Unterstützung

Auch der Freistaat und der Bund unterstützen das Festival laut Schuchardt "großzügigst" und der Besuch des Bundespräsidenten sei nun eine ganz besondere Ehre und Würdigung zum runden Geburtstag. Die Zahl der Festgäste in der Residenz musste - den Corona-Abständen geschuldet - stark reduziert werden, doch das Konzertprogramm ließ sich durch Live-Übertragungen im Fernsehen und per Video-Livestream von BR24 auch zu Hause genießen.

Mozarts Fantasie für eine Orgelwalze f-Moll KV 608 (eben in der Bearbeitung von Hermann Zilcher), Mozarts Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester Es-Dur KV 364 (320d) mit den beiden Solisten Renaud Capuçon und Gérard Caussé, Widmanns "Con brio" und schließlich die "Jupitersinfonie" (KV 551) fanden sich im Programmheft, das einmal einen besonderen Sammlerwert haben wird.

Souvenir aus Würzburg

Christian Schuchardt verabschiedete den Bundespräsidenten mit einem besonderen Souvenir, ein Faksimile eines in Würzburg sehr berühmten Briefs von unterwegs: Ganz am Anfang des Festivals steht ein auf der Durchreise getrunkener Kaffee Mozarts in Würzburg und der knappe Bericht darüber in einem Schreiben an seine Frau Constanze aus "einer schönen, prächtigen Stadt".

Polizeieinsatz am Rande

Kurz vor Beginn des Konzertes formierten sich mehrere Personen zu einer spontanen, nicht angemeldeten Versammlung auf dem Residenzplatz, meldet das Polizeipräsidium Unterfranken. Sie skandierten in rund 100 Meter Entfernung zur Veranstaltungsörtlichkeit Parolen. Die dabei getroffenen Aussagen werden durch die Polizei auf strafrechtliche Inhalte überprüft. Der weitere Verlauf der Veranstaltung verlief störungsfrei.

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