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Aufgeschoben oder aufgehoben? Vesperkirchen und Corona | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Uwe Anspach

In Mannheim startete die Vesperkirche trotz Corona - wegen der Sicherheitsabstände aber etwas weniger gesellig als sonst.

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    Aufgeschoben oder aufgehoben? Vesperkirchen und Corona

    Vesperkirchen gehören zu Bayerns bekanntesten Sozialprojekten. Aber geselliges Beisammensein bei Essen und Unterhaltung in der Kirche: durch Corona undenkbar. In Schweinfurt haben die Veranstalter die Vesperkirche in der vertrauten Form abgesagt.

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    Von
    • Friederike Weede

    Nürnberg, Schweinfurt, Memmingen - es gibt sie regelmäßig in verschiedenen Kirchen in Bayern, die "Vesperkirchen". Die Idee: Kirche soll nicht nur ein Haus für den Gottesdienst sein, sondern ein Ort für Gemeinschaft, wo Menschen miteinander essen, sich unterhalten, zusammen sind. Also: Kirchenbänke raus, Cafébestuhlung rein, stets für ein paar Wochen in der kalten Jahreszeit. Ganz bewusst soll das Angebot nicht nur diejenigen ansprechen, die bedürftig oder obdachlos sind. Offen sind solche Vesperkirchen traditionell für jedermann und tatsächlich zogen sie in den vergangenen Jahren ein breites Publikum an. Allein bei der Vesperkirche in Nürnberg-Lichtenhof gingen täglich bis zu 300 warme Mahlzeiten für einen symbolischen Preis über den Tisch.

    Corona-Plan: Essen-to-go statt täglicher Tischgemeinschaft

    Corona aber macht diese Sozialprojekte heuer zunichte. Während man in Nürnberg noch bis vor kurzem hoffte, die Vesperkirche statt zum 17. Januar etwas verspätet, nämlich zum 7. Februar trotz Corona in der Gustav-Adolf-Kirche zu eröffnen, hat sich der Beginn nun abermals verschoben. Aktuell rechnen die Veranstalter mit dem 21. Februar. Eine Essensausgabe in der Kirche wie bisher ist aufgrund des Infektionsschutzes unmöglich. Stattdessen soll es auf dem Platz vor der Kirche Essen zum Mitnehmen geben.

    Schweinfurt setzt auf Themengottesdienste und Bilderschau

    Und auch in Schweinfurt musste das Diakonische Werk nun schweren Herzens die geplante Vesperkirche absagen, wie das evangelische Schweinfurter Dekanat am Dienstag mitteilte. In der St. Johannis-Kirche, wo vergangenes Jahr noch 6.000 Gäste bewirtet wurden, soll nun stattdessen vom 25. Februar bis zum 9. März jeden Tag von 12 bis 13 Uhr eine fünfzehnminütige Bilderschau stattfinden. Das Thema: "Vesperkirche in Impressionen". An den beiden Sonntagen 28. Februar und 7. März soll es außerdem zwei spezielle Vesperkirchen-Gottesdienste geben.

    Memmingen: "Vesperkirche unterwegs"

    Memmingen, wo die Vesperkirche im vergangenen Jahr zum ersten mal stattfand, setzt unter Pandemiebedingungen auf das Konzept "Vesperkirche unterwegs": Zwischen dem 28.02. und 21.03.2021 fährt der Vesperkirchen-Foodtruck durch die Stadt und bringt sein Essen unter die Menschen. Dabei macht er Halt in vier verschiedenen Kirchengemeinden: Christuskirche, St. Martin, Unser Frauen und Versöhnungskirche.

    Mannheimer Vesperkirche trotz Corona: gegessen wird in Schichten

    Im baden-württembergischen Mannheim haben sich die Veranstalter entschieden, die Vesperkirche trotz Corona stattfinden zu lassen und begründeten dies unter anderem mit der gestiegenen wirtschaftlichen Not vieler Menschen seit Beginn der Pandemie. Noch bis zum 31. Januar können Besucher täglich in der CityKirche Konkordien in drei Schichten ein warmes Mittagessen einnehmen. Aufgrund der Abstandsbestimmungen dürfen sich jeweils nur 60 Menschen gleichzeitig im Kirchenraum aufhalten. Den Hunger nach Kontakt freilich stillt auch die abgespeckte Form der Vesperkirche leider nicht.

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