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Auktions-Rekord für digitales Kunstwerk von Beeple.

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    Anti-Rassismus: Käufer von digitalem Kunstwerk outet sich

    Die Versteigerung der digitalen Collage des US-Künstlers Beeple für fast 70 Millionen Dollar sorgte für Schlagzeilen. Das Outing des indischen Besitzers bedeutet, er wollte zeigen, dass auch Menschen mit dunkler Hautfarbe Kunstmäzene sein können.

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    • BR24 Kultur

    Wer bei Auktionen mitmischt und am Ende horrende Preise für Kunstwerke bezahlt, bleibt normalerweise gerne im Hintergrund. Bei der spektakulären Versteigerung des NFT's des US-Künstlers Beeple – es brachte am Ende 69,3 Millionen Dollar (58,03 Millionen Euro) – verhält es sich anders: Der neue Besitzer hat zwar einige Tage verstreichen lassen, bevor er sich offiziell meldete. Dafür verbindet er mit seinem Outing eine Botschaft, die sich nicht nur an die Kunstwelt richtet.

    Mit seinem Kauf habe er "Indern und Menschen mit dunkler Hautfarbe zeigen wollen, dass auch nicht-weiße Menschen Mäzene sein können", schreibt der indische Multimillionär Vignesh Sundaresan in seinem Blog und gab sich damit als Besitzer der digitalen Collage "Everydays: The First 5.000 Days" des US-Künstlers Beeple zu erkennen. Sie war vergangene Woche in New York versteigert worden, an einen mysteriösen Bieter mit dem Decknamen Metakovan.

    Sudaresan schildert in seinem Blog auch, wie er vom einfachen Studenten der Ingenieurwissenschaften durch Kryptowährungen zu seinem Reichtum gekommen sei.

    Großes Aufsehen durch Auktion

    Das Ergebnis der Christie's-Auktion hatte in der Kunstwelt für großes Aufsehen gesorgt. Beeple, mit bürgerlichem Namen Mike Winkelmann, hatte im Mai 2007 begonnen, jeden Tag ein digitales Bild anzufertigen. In der Collage "Everydays: The First 5.000 Days" sind die ersten 5.000 dieser Werke zusammengefasst. Spätestens durch die Auktion vergangene Woche wurde der 39-jährige Grafikdesigner aus Charleston (US-Bundesstaat South Carolina) zu einem Pionier der virtuellen Kunst – und sowohl im Internet als auch auf dem "digitalen" Kunstmarkt ein Superstar.

    Virtuelles Gut, nicht austauschbar

    Sein Werk ist das bisher teuerste sogenannte Non-Fungible Token (NFT) der Geschichte: ein virtuelles Gut, das einmalig und nicht austauschbar ist. Das System ist vergleichbar mit dem von Kryptowährungen wie der Bitcoin, bei denen ein digitales Gut über die Blockchain-Technologie einen realen Wert erhält. Im Gegensatz zu Kryptowährungen ist ein Non-Fungible Token, aber einzigartig und gewissermaßen ein virtuelles Sammlerstück. Um NFTs ist zuletzt ein wahrer Hype ausgebrochen, der durch die Auktion bei Christie's letzte Woche natürlich noch befeuert wird.

    Tatsache ist, dass solche Kunstwerke bis vor einem halben Jahr noch weitgehend unbekannt waren. Nun können sie im internationalen Preisranking auf dem Kunstmarkt mithalten: Außer Beeple haben es bisher nur der britische Maler David Hockney und der für seine knalligen Skulpturen bekannte Jeff Koons geschafft, ihre Werke zu Lebzeiten zu derartig hohen Preisen zu verkaufen.

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