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Aschermittwoch: Asche aufs Haupt in der Pandemie? | BR24

© picture alliance / empics | Danny Lawson

Meist zeichnet ein Priester ein Aschekreuz auf die Stirn am Aschermittwoch. Nicht so in Corona-Zeiten.

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    Aschermittwoch: Asche aufs Haupt in der Pandemie?

    Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Seit Ende des 11. Jahrhunderts gibt es die Tradition, sich an diesem Tag in Gottesdiensten ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen zu lassen. Doch in Corona-Zeiten hat der Vatikan besondere Regeln erlassen.

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    Von
    • Martin Jarde

    Das Aschenkreuz steht für den Beginn der Bußzeit und zugleich für die Hoffnung der Christen auf Auferstehung. Am Aschermittwoch zeichnet es der Priester den Gläubigen traditionell auf die Stirn. Seit dem 11. Jahrhundert gibt es diese Tradition - aber nicht im Pandemie-Jahr 2021.

    Vatikan erlässt Sonderregeln im Corona-Jahr

    Um die Gefahr einer Corona-Infektion zu minimieren, hat der Vatikan im Januar Sonderregeln für die Austeilung des Aschenkreuzes erlassen: Demnach soll der Priester sich vor der Austeilung eine Mund-Nase-Maske aufsetzen, sich erneut die Hände desinfizieren und dann die geweihte Asche jenen Gläubigen aufs Haupt streuen, die zu ihm nach vorne kommen.

    "Nachdem der Priester das Segensgebet über die Asche gesprochen und sie ohne weitere Begleitworte mit Weihwasser besprengt hat, spricht er einmal für alle Anwesenden die im Römischen Messbuch enthaltene Formel: 'Kehrt um und glaubt an das Evangelium' oder 'Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst'." So schreibt die vatikanische Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Die eigentliche Austeilung geschieht dann wortlos und ohne Berührung.

    Infektionsgefahr: "Aschenkreuz nicht auf die Stirn"

    Wichtig sei, so schreibt das Bistum Augsburg in einer Mitteilung an seine Priester und Gläubigen, dass die Auflegung der Asche "nicht in Form eines Kreuzes auf die Stirn" erfolgt, sondern "auf das Haupt der Mitfeiernden gestreut" wird.

    Ebenso merkt das Bistum an, dass bei einem engen Mittelgang in kleinen Kirchen "die Auflegung des Aschenkreuzes auch erst am Schluss der hl. Messe erfolgen" kann. "Die Gläubigen kommen dann nach dem Schlusssegen nach vorn und verlassen nach Empfang des Aschenkreuzes die Kirche."

    Zu diesen Sonderregeln gelten des Weiteren die bereits üblichen Hygiene-Maßnahmen, das Tragen einer FFP2-Maske während des gesamten Gottesdienstes sowie ein Verbot des Gemeindegesangs.

    Strenger Fastentag in katholischer Kirche

    Die aus gesegneten Palmzweigen vom Vorjahr gewonnene Asche gilt als Symbol der Trauer und Buße. Das Aschenkreuz steht für den Beginn der Bußzeit und zugleich für die Hoffnung der Christen auf Auferstehung. Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fastentag gilt. Das Kirchenrecht schreibt Abstinenz und Fasten vor.

    "Aschermittwoch der Künstler" in Bayern

    Der Aschermittwoch, der Beginn der 40-tägigen Fastenzeit, wird seit langem auch genutzt, um die Begegnung von Kirche und Kunst zu ermöglichen. Auch die bayerischen Diözesen pflegen diese aus Frankreich kommende Tradition. Sie geht auf den katholischen Schriftsteller Paul Claudel (1868-1955) zurück, der damit nach dem Zweiten Weltkrieg einen spirituellen Neuanfang für Europa möglich machen wollte.

    Im Erzbistum Bamberg hat man sich für eine Absage des "Aschermittwochs der Künstler" entschieden. Kardinal Reinhard Marx feiert den Tag im Münchner Liebfrauendom. Der Gottesdienst steht unter dem Leitgedanken "Verwandlung - Transformation". Kulturschaffende gehörten aufgrund der Veranstaltungsverbote zum Schutz vor Corona zu den von der Pandemie existenziell am stärksten betroffenen Berufsgruppen, heißt es in der Ankündigung. Die musikalische Gestaltung übernehmen Solisten der Capella Cathedralis unter der Leitung von Domkapellmeisterin Lucia Hilz und das Duo "Flow", bestehend aus Hugo Siegmeth am Saxofon und Axel Wolf an der Laute.

    Eichstätt: Künstlerische Digital-Schau parallel zum Gottesdienst

    Der Pontifikalgottesdienst in Eichstätt mit Bischof Gregor Maria Hanke findet in der Eichstätter Schutzengelkirche statt. Musikalisch umrahmt wird er vom Ensemble des Eichstätter Domchores unter der Leitung von Domkapellmeister Manfred Faig. Parallel läuft auf der Internetseite des Bistums eine Digital-Schau zum Kunstwettbewerb, der zum Thema "Wandel - Wandlung" veranstaltet wurde. Sobald möglich, sollen die Werke auch analog zu sehen sein. Gerade in der Corona-Zeit wolle das Bistum mit der Ausstellung Künstlern eine Plattform bieten, ihre Kunst trotz aller Widrigkeiten zu zeigen.

    In die Würzburger Franziskanerkirche lädt Bischof Franz Jung ein. Die Veranstaltung steht unter dem Motto "Weisheit, Armut, Demut, Liebe - 800 Jahre franziskanische Spiritualität in Deutschland und Würzburg als Wegweiser durch die österliche Bußzeit".

    In Passau erklingen im Dom beim Gottesdienst mit Bischof Stefan Oster die "Messe en l'honneur de Sainte Jeanne d'Arc" von Henri Nibelle (1883−1967) mit dem Vokalensemble "Cappella Cathedralis" sowie weitere Motetten.

    In Augsburg feiert Bischof Bertram Meier das Pontifikalamt im Dom, das vom Vokalensemble Singer Pur musikalisch gestaltet wird.

    Beginn der 40-tägigen Fastenzeit

    Die 40-tägige christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet an Ostern. Die Dauer geht auf einen Bericht aus der Bibel zurück. Dort ist von einer 40-tägigen Gebets- und Fastenzeit Jesu die Rede, die auf seine Taufe im Jordan folgte. Die Sonntage gelten offiziell nicht als Fastentage. Daher beginnt die Fastenzeit auch nicht genau 40 Tage vor Ostern, sondern bereits am Aschermittwoch.

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