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"Art aber fair": Künstler-Selbsthilfe in Zeiten von Corona | BR24

© Sergej Glanze / FFS

Die Organisatoren der Hilfsauktion: Holm Friebe (l.) und Bettina Simmer

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    "Art aber fair": Künstler-Selbsthilfe in Zeiten von Corona

    Ein Auktionshaus startet heute in Berlin in Zusammenarbeit mit einem Künstler-Netzwerk eine Hilfsauktion für den Corona-geschädigten Kunstbetrieb. Künstler und Kuratoren erhalten zwei Drittel des Erlöses. Das Motto: "Art aber fair."

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    Von
    • Bernhard Heckler

    Die ohnehin prekäre Lage vieler Solo-Selbstständiger im Kunst- und Kulturbetrieb hat sich durch die Corona-Krise nicht gerade verbessert. Was also tun? "Was tun!", sagen die Organisatoren der "1. Direkten Auktion", einer Hilfsauktion, die in Berlin ortsansässigen Künstlern zugutekommen soll. Das Auktionshaus Jeschke van Vliet richtet die Versteigerung in Zusammenarbeit mit dem Künstler-Netzwerk "Zentrale Intelligenz Agentur" aus.

    Besucher können vor Ort für Künstler wie Banksy bieten

    Von der Direktversteigerung sollen nicht die Kunstbesitzer, sondern die Künstler selbst profitieren. Sie erhalten zwei Drittel der Einnahmen. Weitere zehn Prozent gehen an die Kuratoren, die die vielfältigen Einzelsektionen zusammengestellt haben: Interessierte können unter anderem Werke aus den Bereichen Grafik, Fotografie und Malerei erwerben – sogar Drehbücher von Quentin Tarantino stehen zur Versteigerung, angeblich vom Meister selbst am Set verwendet.

    An verschiedenen Orten in Berlin können Besucher ab Donnerstag bis Samstag für Werke von weltweit gefragten Street-Art-Künstlern wie Banksy über lokale Berliner (Anti)-Künstler wie Rafael Horzon bis hin zu Kunstmarkt-Größen wie Christo, Christoph Schlingensief oder Jorinde Voigt bieten.

    "Sozialismus in a nutshell"

    Der Autor und Gründer der Zentralen Intelligenz Agentur, Holm Friebe, und die Künstlerin Bettina Semmer sind die Hauptorganisatoren der Auktion. Zusammen mit vielen weiteren Persönlichkeiten aus dem Berliner Kunstbetrieb haben sie die Versteigerung unter dem Motto "Art, aber fair" geplant. Zweck der Veranstaltung sei, "dass die in Berlin lebenden und ansässigen Künstler*innen, Kunstvermittler*innen und Galerist*innen, die es gewohnt sind, überall und umsonst 'for exposure' zu arbeiten, endlich einmal selbst Geld verdienen."

    "Sozialismus in a nutshell" nennen die Organisatoren ihre Hilfsauktion – unter Zuhilfenahme der guten, alten, kapitalistischen Kulturtechnik der Versteigerung.

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