BR24 Logo
BR24 Logo
Kultur

ARD will Mediathek deutlich ausbauen | BR24

© BR

Zwei Jahre lang hatte der BR den Vorsitz der ARD inne. Ab dem nächsten Jahr übernimmt dann der WDR. In München haben sich heute alle Intendantinnen und Intendanten getroffen und wichtige Änderungen für 2020 beschlossen.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

ARD will Mediathek deutlich ausbauen

Immer mehr Menschen nutzen Streamingdienste. Die ARD reagiert auf diese Entwicklung und will ihre Mediathek deutlich ausbauen. Bei der Hauptversammlung der ARD-Intendanten sowie der Gremienvorsitzenden in München ging es aber auch ums Geld.

Per Mail sharen
Teilen

Wer den "Tatort" schauen will, muss längst nicht mehr Punkt 20.15 Uhr am Sonntag vor dem Fernseher sitzen. Jede Folge steht sofort in der Mediathek und lässt sich abrufen, wann und wo man will.

Die Digitalisierung: Sie hat die Mediennutzung deutlich verändert. Der Marktanteil von Streamingdiensten wird immer größer. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender müssen da abrufbar sein, wo ihre Nutzer sind.

Und genau das will die ARD: ihre Online-Angebote und eben auch die Mediathek deutlich ausbauen. Und noch genauer ausrichten auf die Erwartungen des Publikums im Netz.

Mediathek ist mehr als ein moderner Videorekorder

Mediatheken würden heute nicht mehr nur wie eine Art Videorekorder genutzt, um verpasste Sendungen im Nachhinein zu sehen, weiß Volker Herres, Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehen. Die ARD-Mediathek müsse zunehmend ein eigenständiges Streamingangebot bieten.

"Dazu brauchen wir mehr Inhalte als wir jetzt haben, wir brauchen auch andere, wir werden auch exklusiv für die Mediathek produzieren." Volker Herres, der Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens

Mediathek-only Serien

So werde die ARD exklusiv für die Mediathek produzierte Serien entwickeln.

Herres spricht von einer echten "Zäsur". Die Intendantinnen und Intendanten der ARD haben dafür eine "integrierte Programmplanung" beschlossen. Die soll dann dafür sorgen, dass mehr eigenständige Streaming-Angebote entstehen. Und dass Projekte von Anfang an so konzipiert werden, dass sie sowohl im linearen Fernsehen funktionieren als auch online.

Die ARD-Programmdirektion, die bisher allein für das Fernsehprogramm des "Ersten" zuständig ist, übernimmt nun auch die Verantwortung für die Mediathek – und bekommt dafür einen neuen stellvertretenden Programmdirektor: Florian Hager.

Funk-Chef wird Channel-Manager

Der künftige "Channel-Manager" der Mediathek bringt Erfahrung mit, wie sich eine junge Zielgruppe im Netz erreichen lässt: Hager war bisher Chef des ARD-ZDF-Jugendangebots "funk".

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm verspricht mehr attraktive Inhalte, die sich ganz besonders an ein Netzpublikum richten.

"Charité", "Das Institut", "Oktoberfest", "Servus Baby" und mehr

Das nächste Jahr sei als Start gut geeignet:

"Wir werden bei 'Charité' eine neue Staffel haben. Wir werden weitere Angebote 'Das Institut', einen Sechsteiler 'Oktoberfest' machen. Wir werden mit 'Servus Baby' ein weiteres junges Angebot haben. Um die Mediathek mit spannenden Inhalten in der Netzdramaturgie auszustatten." Ulrich Wilhelm, ARD-Vorsitzender

Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro verlangt Sparkurs

Der digitale Umbau allerdings kostet Geld. Und hier verweist der ARD-Vorsitzende Wilhelm auf die Neuberechnung des Rundfunkbeitrags. Die unabhängige "Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten", kurz KEF, empfiehlt in ihrem vorläufigen Bericht einen Beitrag von 18,36 Euro pro Monat, ab 2021.

Die ARD werde bei der Verwirklichung einer solche moderaten Erhöhung – die erste seit zwölf Jahren – weiterhin einen deutlichen Sparkurs fahren müssen, sagt BR-Intendant Wilhelm.

Wilhelm sagt Einbußen im Programm voraus

"Aber es wird auch natürlich zu Einbußen in der Qualität der Programme oder im Volumen der Programme kommen müssen." ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm

Bis der künftige Rundfunkbeitrag endgültig feststeht, sei noch ein mehrstufiges Verfahren nötig, betonte Wilhelm. Je näher die Erhöhung wenigstens am Teuerungsausgleich liege, desto leistungsfähiger könnten die auch die Programme der ARD sein. Im Fernsehen, im Hörfunk und in der Mediathek.

BR gibt ARD-Vorsitz ab

Bereits am Montag und Dienstag hatten sich die ARD-Intendanten in München zu einer Sitzung getroffen, es war die abschließende Sitzung in der zweijährigen Vorsitzzeit des BR. Ab 2020 hat der Westdeutsche Rundfunk den Vorsitz inne. Eine weitere Entscheidung auf der Sitzung war: Ab Dezember will sich die ARD zudem mit einem neuen Logo präsentieren.

© BR

Die Finanzlage der ARD bleibt schwierig, die Sender müssen weiter sparen. Das hat der ARD-Vorsitzende Wilhelm nach einem Intendanten-Treffen in München angekündigt. Trotzdem wollen sich die Anstalten weiter fit machen für die Zukunft.