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Kultur

Antisemitismus-Vorwurf: Konzert von Kollegah in München abgesagt | BR24

© dpa/picture-alliance/Eventpress Hoensch

Der Sänger Kollegah bei einem Konzert in Berlin.

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    Antisemitismus-Vorwurf: Konzert von Kollegah in München abgesagt

    Der Rapper Kollegah stand in der Vergangenheit im Mittelpunkt öffentlicher Debatten, da Kritiker seine Texte als antisemitisch und homophob einstufen. Aufgrund dieser Vorwürfe ist sein für Samstag geplantes Konzert in München abgesagt worden.

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    Vielen Fans dürfte das wohl gar nicht gefallen: Der Rapper Kollegah darf nicht in München auftreten. Das für den 14. Dezember geplante Konzert des Künstlers in dem Münchner Kultur- und Veranstaltungszentrum "Backstage" ist kurzfristig abgesagt worden.

    Umgang mit homophoben und antisemitischen Vorwürfen Grund für die Entscheidung

    Anlass für die Absage ist der Umgang mit den Vorwürfen, die gegen ihn erhoben werden. Kollegah hat in der Vergangenheit immer wieder mit Äußerungen in seinen Liedern auf sich aufmerksam gemacht, die Kritiker als frauenverachtend, homophob und auch antisemitisch werten. Der Sänger weist aber alle Beschuldigungen strikt zurück.

    Der Konzertveranstalter zog jetzt aber die Reißleine. Auf seiner Homepage teilte das "Backstage" mit, dass die Schwere der berechtigten Vorwürfe gegenüber dem Künstler und letztlich sein Umgang damit zu der Entscheidung geführt hätten. Eine kritische und ehrliche Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Thema, die zur Voraussetzung für einen Auftritt gemacht wurde, habe es nicht gegeben.

    Das Backstage stand in der Vergangenheit in der Kritik, nachdem dort umstrittene Bands und Musiker, wie Frei.Wild und Sizzla auftreten durften. Die Gruppe Frei.Wild gilt vielen als nach rechts offene Band, der Sänger Sizzla ist für seine schwulenfeindlichen Texte bekannt.

    Knobloch und Spaenle begrüßen den Entschluss

    Die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, zeigte sich über den Schritt des Backstage zufrieden. Für sie sei es die "einzig richtige Entscheidung gewesen, dass Konzert abzusagen." bereits im Vorfeld hatte Knobloch das Konzertverbot gefordert.

    "Ich danke dem Backstage für die Absage, mit der es seinen eigenen Prinzipien treu geblieben ist und die Kritiker ernst genommen hat. Die konsequente Entscheidung mag spät kommen, aber sie ist die einzig richtige." Charlotte Knobloch, Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München

    Auch Bayerns Antisemitismus-Beauftragte, Ludwig Spaenle (CSU), hatte das geplante Konzert im November deutlich kritisiert. Aus seiner Sicht hat sich Kollegah nie ausreichend von Antisemitismus-Vorwürfen gegen ihn distanziert.

    "Der sendet Signale. Man könnte das geistige Brandstiftung nennen." Ludwig Spaenle, bayerischer Antisemitismus-Beauftragter

    Anderer Club will Konzert abhalten

    Am Freitagabend wurde schließlich bekannt, dass ein anderer Münchner Club das Konzert veranstaltet. Kollegah soll im "VIP"-Club auftreten. Womöglich werden vor dem Veranstaltungsort einige Menschen gegen den Rapper demonstrieren, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.